Menschliches

Montag, 1. Mai 2006

Das Unwetter

Das Unwetter 11/96

Es stürmt & schüttet in einer Tour
Du fragst nur:
Warum nur?

Ja
Weißt Du es denn nicht?
Das Wetter & alles Andere werden
Wie Du es Dir ausdenkst

Alles
Was Du wünschst, hoffst, glaubst & denkst
Wird wahr, über kurz oder lang

Sehntest Du nicht herbei eine Änderung?
Ein Donnerwetter?
Jetzt ist es da!!!

Warum nur willst Du, dass alles Dir entgegen kommt?
Warum gehst Du nicht auf alles zu?
Ist es nicht herrlich nach Hause zu gelangen & alles ist in himmlischer Ruhe?

Wenn Du Sturm, Regen oder Sonnenschirm willst
Verlasse einfach Deine Bude

Einfacher ist es auf etwas zu verzichten, wenn Du es hast
Als etwas erhalten zu wollen, was Du nicht erreichen kannst

(eingegeben 01.05.06- ausgedacht 11 1996)

Alles Gelingt

Alles Gelingt 11/96

Schaue bloß nicht nach links
Da wird einer auf Händen getragen

Er war schon begabt als kleinstes Kind
Bald konnte er sprechen, essen & dann auch laufen
Bei seiner Kindergartenwahl erhielt er den 1. Platz
Ebenso wie bei seiner Schulwahl
Oder bei der Bundeswehr
Oder beim Beruf später
Auch durfte er nicht ein Bierchen an der Bar Trinken, als Damenwahl bei der Tanzschule war

Ihm gelingt einfach alles
Ob er sich nun anstrengt oder alles schleifen lässt
Das Glück verfolgt ihn & bleibt ihm hold, wie einst die Pest
Wo er teilnahm, landete er letzten Endes auf dem Treppchen

Er musste immer alles geben
Er konnte einfach nicht entspannen
Sich zurücklehnen
Genießen & gar nichts tun

Für ihn hieß es nie: unter ferner liefen
Ständig war er im Blickpunkt & hatte irgendwas darzustellen
Bestimmt verstellte das auch ihn
Er durfte nie kämpfen
Sich durchbeißen

Es klappte doch alles beim ersten Mal
Ständig wurde er unsicherer & fragte sich:
Ist das noch normal?

Er durfte nie sich in Frage stellen
Seinen Weg neu überdenken
Vom Regen überrascht werden &
Dadurch eine kalte, weckende Dusche erhalten

Er kannte keine Enttäuschung &
Wusste so eine schöne Zeitperiode nicht zu schätzen
Er durfte sich nie aufregen
Er durfte nie träumen

All seine Träume wurden wahr
Er kannte nicht das Gefühl der Gewissheit
Dass alles einen Zweck, eine Absicht hat
Er weiß nicht, wie man hasst

Er weiß nur, was es bedeutet, begehrt zu werden, zu siegen
Er besorgte sich ein Strick

Es klappte beim 1. Mal
Wie immer

Nun kann auch er entspannen
Nun wird er auf Händen getragen

Um ihn ist
Wie immer
Sein Sarg ...

(eingegeben 01.05.06- ausgedacht 11 1996)

Der Held

Der Held 11/96

Siehe
Da steht er
Der Held

Wie wird er zur Show ge- & bestellt!
Dabei weiß ich gar nicht, ob es ihm gefällt
Es wird gemunkelt, dass er zusammenfällt
Wenn das Licht verschwindet & das Publikum den Heimweg wählt

Nein
Ich akzeptiere ihn nicht
Diesen auserwählten, künstlichen, königlichen Helden

Mein wahrer Held ist mein Nachbar
Er übt richtige Heldentaten aus
Sie sind im Verborgenen & plötzlich da
Er macht keinen darauf aufmerksam

Er spricht nicht von denen
Wenn sie in der Vorbereitung sind
Sondern nur, wenn er sie ausführte &
Wir ihn x-Mal darum baten

Er missachtet das Wort 'Kleinigkeit'
Für ihn ist alles, was er gerade jetzt ausführt & erledigt eine 'Heiligkeit'
Er weiß von der Schwierigkeit
Drei glückliche Tage hintereinander schadlos zu überstehen

Für ihn ist passend der Spruch:
'Wer einen Orden braucht, verdient ihn nicht.
Wer ihn verdient, braucht ihn nicht. '


Des Öfteren öffnete er gewissen Leuten die Augen, auch mir
Mit seinen passenden, einfachen Sätzen wie:
'Mache es doch!'
'Probiere es aus!'
'Weiter geht's!'
'Scheißegal & gerade noch einmal!'
'Warte nicht auf das nächste Unglück,
Sondern analysiere Dein letztes Arbeitsstück &
Rede herbei das scheue & rare Glück'


Gelegentlich ist er auch ein König.
Ihm macht es nichts aus
Wenn er 'nur' der König als Einäugiger unter Blinden ist
Auch das soll man erstmal werden.

Ich versuche
Ab sofort mein eigener
Held
König
Zu werden...

(eingegeben 01.05.06- ausgedacht 11 1996)

Qual

Qual 11/96

Was ist Qual?

Qual ist nicht
Wenn Du geschlagen wirst
Du kannst den Schläger zurückschlagen oder den Schlägen ausweichen

Qual ist nicht
Wenn Du verlierst
Du wirst auch demnächst wieder siegen

Qual ist
Was Du nicht sehen kannst

Qual ist
Wenn Dir etwas zugesprochen wird wofür Du nicht verantwortlich bist

Qual ist
Wenn nicht auf Deine Person eingegangen wird
Wenn also Deine Taten missverstanden oder gar nicht realisiert werden

Wenn Du Dich nicht rechtfertigen kannst
Wenn Du die Wahrheit nicht zeigen kannst
Wenn das Einfache der Gerechtigkeit vorgezogen wird

Versuche daher andere nicht unnötig zu quälen
Selbstverständlich quäle Dich selber auch nicht unnötig

(eingegeben 01.05.06- ausgedacht 11 1996)

Samstag, 22. April 2006

Puffer

Puffer 10/96

Ich brauche einen Puffer

Etwas was mir Sicherheit gibt
Etwas was Abweichungen relativiert.

Zufrieden ist man
Wenn man ihn nicht braucht.

Zufrieden ist man
Wenn man ihn gebrauchen kann.

Richte ihn Dir doch auch ein.
So könnte er auch Dir nützlich sein....

(eingegeben 22.04.06- ausgedacht 10 1996)

Lasse Sie

Lasse Sie 10 96

Sie meint sie wisse wie alles funktioniert
Sie redet in meine Vorstellungen, Träume & Gedankenpyramide
Sie zerstört meine Ansichten, meinen Glauben & meine Hoffnung
Sie will dass ich lebe & denke & fühle wie sie

Lasse Sie

Was sie sagt das nimm auf & verdaue
Stelle Dich unwissend & gebe an, dass Du Dein Verhalten bedauere
Dann wird sie sich öffnen & Dir mehr offenbaren
Vielleicht fand sie ihn sogar ja,
Ihn, den einzigen Weg, den einzig-wahren

Verbaue Dir doch nicht unnötig neue Impulse
Überdenke ihr Geschwätz
Vielleicht ist doch ein Funken Wahrheit darin enthalten
Dann sei froh Du kannst es immer noch & wieder ändern
Zerstört sie Dich
Dann baut sie etwas Neues auf

Lasse sie Dich formen
Formbar ist nur, was noch nicht fest ist & was sich formen lässt
Sei dankbar,
Dass es sie gibt
Sie zeigt Dir unbekannte Punkte & Welten.

Lasse Sie

(eingegeben 22.04.06- ausgedacht 10 1996)

Sonntag, 16. April 2006

Gesagtes

Gesagtes 10 96

Des Öfteren frage ich mich
Was ich denn nun schon wieder von mir ließ
Ob ich denn nicht wisse
Dass Gesagtes haften bleibt
Es kann durchaus zwischen einem stecken bleiben

Durch mein Sagen wurde mein Gehirn entladen
Hinterher fühle ich mich frei
Und besitze dann endlich wieder den Hang Neues aufzunehmen

Mitunter entpuppt sich das Gesagte als Bumerang
Entsprechend vorsichtig gehe lieber mit diesem Spielzeug um
Es haute schon gar zu viele um
Die nicht wussten, dass Gesagtes wohl durchdacht sein sollte
Denn Du schickst es alleine auf die Reise
Du kannst es nie mehr ändern oder richtig stellen
Es gilt & steht für sich alleine
Du kannst dementieren, argumentieren-
Jedoch warum darüber diskutieren?

Du bist der alleinige Absender
Ein jeder der Empfänger

Gelegentlich kommt es auch schon mal vor
Dass er es nicht erhält oder
Alleine liest oder
Für sich behält
Er
Der wahre, eigentliche Empfänger

(eingegeben 16.04.06- ausgedacht 10 1996)

Geburt & Tod

Geburt & Tod 10 96

Bei meinem linken Nachbarn wird morgen jemand geboren
Bei meinem rechten Nachbarn ist gestern einer verstorben

So eng liegt alles manchmal bei einander
Und doch so unterschiedlich
Unnütz den Grund zu erfragen
Man kann ihn nicht einmal erraten
Man sollte sich bewusst sein: es gibt Geburt & Tod
Beides lernt man mit der Zeit entsprechend zu schätzen

Wenn jemand geboren wird, so freue Dich mit ihm
Wenn jemand sterben darf, so freue Dich mit ihm

Schön ist es gewiss für andere zu empfinden
Jedoch könnte so
Dein eigenes Leben
Deine Gefühle
Dein Auf & Ab des Lebens
Deine Freude
Entschwinden …

(eingegeben 16.04.06- ausgedacht 10 1996)

Geduld

Geduld 10 96

So schnell verliere ich sie
Ich weiß nie
Wann der rechte Zeitpunkt da ist

Wohl weiß ich
Wann er da gewesen ist
Und dass man ihn hätte genießen müssen
Dass Ungeduld schon manchen falschen Schritt hervorbrachte

Ich befürchte durch Geduld
Zu träge
Zu lahm
Zu uneigennützig
Zu einfach ausnutz- & berechen-bar zu werden

Vielleicht fehlt mir die Geduld
Lange auf das ersehnte Glück zu warten
Ich will es sofort & gleich

Wie & wo lernt man die wahre Geduld?
Bin ich geduldig genug dies herauszufinden?

(eingegeben 16.04.06- ausgedacht 10 1996)

Ruhe

Ruhe 07 96
(Dank an den unbekannten Verfasser- fügte eigene Gedanken hinzu)

Während die Erde sich rasend schnell um die Sonne dreht
Die Planeten kreisen
Die Stürme über die Meere peitschen
Der Wind den Regen über die Länder treibt
Die Wüsten in Bewegung sind
Die Menschen von einem Ort zum anderen hetzen
Höher
Weiter
Schneller

Gibst Du mir was ich brauche
Auch wenn Du selber nicht immer darüber verfügst
Diesen einen Moment
Ruhe

Hab Dank!

(eingegeben 16.04.06- ausgedacht 07 1996)

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