Gesellschaft
Vase 10 96
Zerbrochen habe ich sie
Ich weiß selber gar nicht mehr wie
Es zählen doch nur die Resultate
Tatsache ist: sie ist zerbrochen
Ich will nicht mehr
So langsam wird mir überhaupt erst bewusst
Was ich habe verbrochen
Ich zerstörte das beste Stück
Wer sonst?
Es ist doch sonst niemand mehr hier
Deshalb breche ich nun auf
Ja- ich will bloß noch raus, raus, raus …
Aus meinem sicheren Versteck
Verfolge ich die Suche nach mir
Wie gut: sie werden mich bestimmt nie finden hier
Nun sind Tage vergangen
Ich sehe meine Geschwister schwarz behangen
Ich höre sie reden-
Unser Vater war von Anfang an dagegen
Nur er erkannte die zerbrochenen Scherben
Nur er wusste unsere Mutter wird den Schmerz nicht überleben
Wir sollten alle bloß getestet werden
Die Scherben sind aus Plastik gewesen
Sind nur eine Attrappe
Warum ist er so geschwind geflohen?
Weshalb zog er nicht vor das Übliche lügen?
Auf der Suche
Stolperte sie über eine Wurzel der Buche
Sie kullerte gar lieblich den Berg hinunter
Als wir unten endlich auch ankamen sprach sie gar munter:
Wie gut, dass ich sterbe. Wie könnte ich leben ohne mein bestes Stück?
Ich bin mir völlig sicher, dass er wiederkehrte, wenn er noch lebte.
Ach nee- mein bestes Stück ist & bleibt tot.
Weshalb sollte ich nun noch leben?
Weshalb erkennen wir erst zu spät was wirklich zählt?
Wie der Engländer zu sagen pflegt:
Why do we learn to love only if it’s ending?
Warum werden wir immer wieder tagtäglich erneut auf die Probe gestellt?
Wann erkennen wir endlich die Attrappen des Lebens?
Wieso lassen wir uns nicht Zeit & Geduld?
Weshalb durchschauen wir nicht unsere Mitmenschen?
Erkennen deren Gedanken?
Ist der Mensch nicht immer bereit
Zum Reden?
Vergessen?
Verzeihen?
Er mag bloß nicht unter Zeitdruck sein
Er mag es
Wenn wir alles geben
Ihn frühzeitig warnen
Auf Missstände aufmerksam machen
Wieso nur machen wir uns ständig so verrückt?
Aus welchem Grunde hören wir nicht auf unsere englischen Nachbarn:
Why do we think of problems we may never have?
Never mind
Ich werde mich wohl doch auf den Todes-Sprung begeben…
Bye-bye!
(eingegeben 16.04.06- ausgedacht 10 1996)
per arne - 16. Apr, 19:01
Sicherlich 08 96
Sicherlich
Man fühlt sich leer
Wenn alte Bekannte einen meiden
Wenn sie Gerüchte über einen verteilen
Wenn Geheimes allgemein & bekannt wird
Wenn der gute, alte Freund auf das herumreitet was einem am meisten am Herzen liegt
Gerade hat man’s doch noch gesagt
Und so was?
Warum?
Warum die Hetzkampagne?
Wann hat man ihn verärgert?
Wieso machte er mich nicht früher darauf aufmerksam?
Weshalb musste ich immer so offen & laut denken?
Habe ich ihn verletzt?
Habe ich ihn verkannt?
Je gekannt?
Ihn- den guten, alten Freund?
Nein, nein, nein-
Was war sei Dir einerlei
Nimm Dich doch selber nicht so wichtig
Du verbrachtest doch eine schöne angenehme Zeit
Bereue nichts
Hinterfrage nichts
Lasse Vergangenes vergangen sein
Sprich mit ihm darüber- aber nicht mir Dritten
Sicherlich
Du wirst Hintergründe erkennen
Wirst Du Dich auch ändern?
Man sieht so manches als schwachen Trost
Jedoch lasse wenigstens den zu
Dann ist der Anfang gemacht
Du stellst fest
Jawohl- es hat wieder mal etwas geklappt
Das ist Dein Verdienst
Betrachte nun alles wieder nicht zu mies
Bedenke
Du wirst neue Leute finden
Alte verlieren
Neue Alte treffen
Sicherlich …
(eingegeben 16.04.06- ausgedacht 08 1996)
per arne - 16. Apr, 01:59
Weitere Bekanntschaft 07 96
Schon wieder lernte ich jemanden kennen
Wir lachten
Unterhielten uns &
Verabredeten uns wieder
Und wofür das alles?
Um von sich abgelenkt zu werden?
Um sich als Mensch gebärden zu können?
Um eine Ausrede zu haben etwas anderes nicht machen zu können?
Um etwas zu erreichen was man alleine nicht könnte?
Um festzustellen, dass man interessanter als andere ist?
Nein
Ich vermute
Weil man einfach von Natur aus neugierig ist…
(eingegeben 24.03.06- ausgedacht 07 1996)
per arne - 24. Mär, 16:47
Gleichgewicht 03 96
Trachten wir nicht alle nach
Unserem inneren Gleichgewicht?
Kommt uns dann nicht die
Farbe zurück ins Gesicht?
Müde- Schlaf
Arm- reich
Krank- gesund
Trauer- Freude
Enttäuschung- Bestätigung
Hass- Liebe…
Ich weiß nicht
Was es noch mehr bedarf
Haben wir unsere Balance erreicht
Fühlen wir uns total gesund
Schwer ist es gewiss das Erreichte
Zu behalten
Aber haben wir dadurch nicht
Eine super Lebensaufgabe erhalten?
(eingegeben 14.03.06- ausgedacht 03 1996)
per arne - 14. Mär, 23:46
Ein Baum 02 96
Schau
Ein stolzer Baum
Scheint zu sein ein herrlicher & belebender Traum
Was für starke Äste
Bald sind wir wieder gerne seine Gäste
Wie werden wir uns an seinen Früchten laben
Wie in den vorherigen Jahren
Schon angenehm solch ein Bäumchen
Im Frühling ist er schön anzusehen
Im Sommer wird er kühlen Schatten uns geben
Im Herbst dürfen wir von seinen Früchten essen
Im Winter dürfen wir ihn getrost vergessen
Oder doch verfeuern?
Die ganze Zeit
Hält er brav & anständig Sauerstoff für uns bereit
Und verlangt nur giftiges Kohlendioxid
Doch- schau jetzt nur!
Ist das nicht der Horror pur?
Er glaubte es sei sein Frühling
Jedoch der Winter kehrte zurück
Er ist hin
Er verlor sämtliche Äste
Grässlich
Man entdeckt nur noch seinen nackten & ehrlichen Stamm
Wer kann sich jetzt noch ergötzen daran?
Schau
Seine jungen & zarten Blüten
Wie sie verblühen
Erfrieren tun die auch
Na und?
Ist das nicht ein bekannter Brauch?
Es muss halt her
Ein Anderer
Ein Neuer
Es sind ja noch zum Glück viele da …
Tschau …
(eingegeben 13.03.06- ausgedacht 02 1996)
per arne - 13. Mär, 21:42
Großes Ereignis 02 96
In 2 Stunden ist es so weit
Es steht schon alles bereit
Die Kerzen
Das Trinken
Der Musikempfänger
Alles an seinem Platz in meinem Zimmer
1 Karte erhielt ich nicht
‚Ausverkauft!’
Doch was war das für ein Geräusch?
Jemand an meiner Tür
Mein armes Ohr
Von wem wirst Du nun wieder abgekaut?
Die Frau Vermieterin
Oh Gott
Meine gute Laune ist hin
Sie kann nur dummes Zeug babbeln
Glücklicherweise habe ich ihr nur wenig zu berappen
Aber nun stört sie ungemein
Wie kann man nur stören?
Man muss doch sehen was der Andere denkt
Nein- ich will ihr nicht zuhören
Sie darf nicht in meinen Raum
Doch was passiert?
Ich berührte sie kaum
Und doch liegt sie nun unlebendig auf den Boden
Während sie fiel
Flog etwas unerkannt aus ihrer Hand
In einem hohen Bogen
Es ist bloß Papier
Ein Briefkuvert
Aber was ist das?
‚Für meinen lieben Untermieter-
Viel Spaß!’
Karten für das ausverkaufte Ereignis …
(eingegeben 13.03.06- ausgedacht 02 1996)
per arne - 13. Mär, 00:57
Geldgedanken 10 94
Geld
Wahrlich
Es regiert die Welt
Deshalb musst Du beachten
Wer es tut verachten
Es
Die blinde & böse Macht
Zeigt es an
Was man hat gewerkelt & gemacht?
Ist es der konzentrierte Ertrag von Arbeit & Entbehrung?
Gebührt dem Geld zu Recht die heutige Ehrung?
Soll man sparen?
Stimmt das?
Dieser Grundsatz ist zu wahren?
Weshalb erwähnt Hesse
‚Auf Schultern der Eltern Sparen & Treue’?
Ich wüsste gerne
Was es in diesem Zusammenhang bedeute…
(eingegeben 08.03.06- ausgedacht 10 1994)
Verhalten 07 94
Wahr ist, was man glaubt
Du befürchtest, dass dieser Ausspruch Dir noch Deinen letzten Verstand raubt?
Nee- wieso?
Ist Dir nicht bekannt, was Du machen musst, um los zu werden den Verdruss?
Und um froh zu sein?
Einfach nichts wollen
Gedankenlos durch die Gegend herumtollen
Missachte dabei aber bitte nicht das Wahre & die Schönheit
Dann bist Du auch geschwind für die Aussage bereit
‚Langeweile- Erfindung der Städter’
Die wissen einfach nicht wie zu leben netter
Sie sind nicht bereit zum Genießen
Also zum ruhigen Anschauen & gelten lassen
Diese wissen auch gar nicht das Glück & die Schönheit zu fassen
Ihre Sinne sind versmogt & vernebelt
So erfahren sie gar nicht, dass das Glück & die Schönheit nur für den da ist
Der es schätzt, erkennt, liebt & anbetet
Ihr Handeln richtet sich immer aus auf Moneten
Das ist aber absolut falsch
Korrekt
Lautet es
Alles Handeln wegen Temperament, Antrieben & Wesen
Aus diesem Grunde werden ihre Erwartungen selten erfüllt
Dabei ist’s doch so einfach, dass einem wird der Kopf gekühlt
Man braucht nur Trost & Persönlichkeitsbestätigung
Man braucht nur zu wissen
Freude erscheint nur für eine kurze Zeit
Und
Alles ist vergänglich- ohne Dauer & Eigenwert!
(eingegeben 11.02.06- ausgedacht 07 1994)
per arne - 11. Feb, 14:02
Sozialer Umgang 05 94
Sozialer Umgang
Danach verspürt ein Jeder einen Drang
Man unterhält sich
Dabei langweilt man sich
Die Einen lachen die ganze Zeit
Andere wissen nichts damit anzufangen
Jemand sagt ‚Hü’
Verstanden wird es aber als ‚Hott’
Damit haben wir unsere liebe Mühe
So mancher wandert deshalb auf dem Schafott
Soll man die Mitmenschen ernst nehmen?
Oder sich doch lieber das Leben?
Oh nein
Man muss man selber sein
Das
Was man selbst als Recht & gut empfindet
Das ist so
Es gibt nichts was einen an etwas bindet
Du bist Dein einzig wahrer Umgang
Du seiest Dein Ende & Anfang
Deshalb sei Du mit Dir selber zufrieden
Dann kann Dir nichts mehr den Tag vermiesen
Genieße diesen zahlreichen Umgang
Und unterwerfe Dich keinem Zwang
(eingegeben 04.02.06- ausgedacht 05 1994)
Ungeschriebene Gesetze 03 94
Leute verhöhnen Dich?
Na und- grölle mit denen
Sie wollen Dich nur testen
Ob Du auch zu denen gehörst
Zu den Besten der Besten
Siehe
Nach geraumer Zeit
Vielleicht schon nächste Woche
Kommen sie Dir in den Arsch gekrochen
Ha- das fördert die Gemeinschaft
Und erleichtert uns allen unsere allgemeine lebenslange Haft
Sprich nur in demselben & geläufigen Ton
Sonst rennst Du gegen eine Mauer aus Beton
Versuche nicht aufzufallen
Du wirst hilflos zu Boden knallen
Sei wie Du bist- in Gedanken
Andererseits wirst Du schon bald hilflos wanken
Erkenne die Stimme der Allgemeinheit
Und halte
Deine Flexibilität & Spontaneität & Toleranz
Jederzeit bereit
Höre nicht auf das, was sie Dir an den Kopf knallen & sagen
Es schlage nur hart auf Deinen empfindlichen Magen
Verz/sage nicht
Warte nur
In paar Jahren
Erscheint sie, die Kutsche de retour
Und dann bist Du der Herr
Leute mögen Dich sehr
Denn nun bestimmst Du den Ton
Du wirst es sehen
Gewiss!
Bald schon
Nun kusche & sei auf der Hut
Verhalte Dich den ungeschriebenen Gesetzen gegenüber klug …
(eingegeben 22.01.06- ausgedacht 03 1994)
per arne - 22. Jan, 22:07