Beruf
Die Hexenküche 6/97
Morgen werde ich wieder bei ihr sein
Die Hexe nicht
Sie wird ausgeflogen sein
Darin hat sie schon Übung
Der Hexenmeister wird auch nicht anzutreffen sein
Glücklicherweise
Beruhigend zu wissen
Schön
Dass ich in ihr nicht meinen Lebensabend erwarten muss
Ich verlasse sie
Auch mein Freund ist unglücklich
Warum bleibt er
Seiner treu?
(eingegeben 03.02.07 - ausgedacht 06 1997)
Das Unternehmen 03/97
Was unternehmen wir heute?
Picknick
Ausflug
Drachen-Steigen-Lassen oder
Fahrradtour?
Wer kennt sie nicht
Die Unternehmungen der Kindheit?
Irgendwann spezialisierten wir uns
Ich ließ nur noch Drachen steigen
Aus welchem Grund?
Mittlerweile verließ ich
Die Kindheit
Die Jugend
Die Lehrzeit
Ich bin bei einem einzigen Unternehmen
Zuerst freute ich mich sogar
Ein großes Unternehmen
Arbeiten- gemeinsam!
Zusammen sind wir stark
Wie eine Familie
Das ist doch alles nicht wahr
Es stellt nur eine lllusion dar
Ich will nicht mehr
Warum renne ich meinen Idealen nach?
Weshalb mache ich mir noch Gedanken?
Wieso hoffe ich auf eine Änderung- eine Besserung?
Warum sollte ich drin & dran bleiben?
Wieso durchbreche ich nicht die Gemeinschaft- die Zweck-Gemeinschaft?
Weshalb mache ich mich so verrückt?
Wann sehe ich endlich ein
Jeder ist ein Unternehmer
Selbst ein Unternehmer im Unternehmen
Das Unternehmen will nur expandieren- sonst nichts
Nichts gilt
Nur
Passe
Auf, dass Dein Unternehmen
Nicht scheitert
Werd bloß nicht bankrott ...
(eingegeben 28.01.07 - ausgedacht 03 1997)
per arne - 28. Jan, 19:20
Klischee 03/97
Du glaubst
Ich schreibe ständig nur Klischees
Ach, nee?
Was sonst?
Kann man nicht nur das aufschreiben
Was schon eine Unmenge Anderer vor einem erkannten?
Nur dieses Mal
Ist es meinem Kopf entlaufen
Aber ist es nicht nicht nur Klischee?
Mal fühlst Du Dich ertappt
Dann wieder unbetroffen
Jetzt habe ich den Nagel auf dem Kopf getroffen
Nun meinst Du
Dass könne ich auch
Selbstverständlich
Probiere es auch!
Ich schreibe nur für mich &
Bin begeistert
Wenn Du es lesen & hören willst
Auch wenn es nichts weiter als Klischee ist ...
(eingegeben 28.01.07 - ausgedacht 03 1997)
per arne - 28. Jan, 18:18
Der Werkzeugmacher 02/97
Ich bin ein Werkzeugmacher
Mit Hilfe meiner Arbeit, können Leute erst die Ihrige ausüben
Einst dachte ich Denen sei es wichtig
Dass meine Handschrift zu erkennen ist
Dass sie wissen
Wie ich die Tat ausführte
Wie ich mir für sie Gedanken machte
Wie ich um das Material kämpfte
Wie ich schlaflose Tage denen zu liebe überlebte
Nein
Es ist & bleibt uninteressant
Meinen Kunden ist der Weg egal
Sie fordern nur Ergebnisse
Günstig, schnell & kommentarlos
Ein Gespräch über das herrliche Wetter lässt man gerade noch zu
Aber mehr?
Nein
Beende dieses Träumen
Erkenne das allgemeine Verhalten
Passe Dich dem Markt an
Dem Markt ja
Aber nicht das stumpfsinnige Denken & die althergebrachte Lebenseinstellung
Die sind zu bemitleiden
Die Gedanken sind & bleiben frei
Was sonst noch?
Erkenne, dass Deine Kunden nur Deine Ware wollen &
Du nur deren Geld
Wenn sich jeder daran
An den ungeschriebenen Gesetzen
Hält
Kann es keine Komplikationen oder
Missverständnisse oder
Unfrieden geben
Erst wenn jemand die öden, lieben Floskeln ernst nimmt &
Die Kollegen als Freunde betrachtet
Erscheinen die Bauchschmerzen
(eingegeben 28.01.07 - ausgedacht 02 1997)
per arne - 28. Jan, 01:06
Erledigungen
Stets willst Du etwas erledigen
Das ist schön
Aber
Vergesse es nicht:
Erst gehst Du in Deinen Pflichten auf
Dann gehst Du mit Deinen Pflichten unter
Deshalb ziehe Konsequenzen
Trenne
Sortiere
Setze Prioritäten &
Schwerpunkte
Punkte
Die Dich bedrücken
Die nur Du ändern kannst
Die wirklich nur Dich betreffen
Die Dir wichtig sind
Die Dich von anderen Erledigungen abhalten
Von den übrigen Punkten
Wähle Dir Deinen Oberpunkt aus
Den führe dann zuerst aus
Vergesse nicht:
Gerne tun sich die Erledigungen vermehren
Deshalb gehe alles an mit dem Spruch
Der gehört in jedes gute Poesie-Buch:
Fängst Du Dein Werk mit Freuden an
Ist die Hälfte schon getan ...
(eingegeben 23.01.07 - ausgedacht 12 1996)
per arne - 23. Jan, 22:50
Der Kellner 12/96
'N Abend
Kellner Ich grüße Dich!
Ist der ein Guter für Dich?
Weshalb verkriechst Du Dich dann?
Du stehst gelangweilt in der Ecke
Rennst wie der Teufel, wenn man Dich winkt
Nimmst die Bestellung gar freud- & lustlos auf
Ohne den Besteller anzugucken
Deine Gäste servierst Du
Ab wie ein Fließbandarbeiter
Weshalb?
Einst war das doch Dein Traum
Heute bekommst Du kaum den Mund auf
Ständig schaust Du auf die Uhr
Wann ist Schluss?
Ja
Wann beendest Du das?
Du möchtest so sein & Dich unterhalten
Wie die im Film
Dort ist aber alles konstruiert
Die Gespräche ewigst geprobt & einstudiert
Die Leute engagiert
Nein
Ein Film soll uns unterhalten nicht als Vorbild dienen
Versuche Du doch zu lächeln
Auch wenn Deine Kollegen Dich deshalb auslachen
Du führst Deine Arbeit aus
Und wenn es Dir noch Spaß macht
Dann sei zufrieden & verstelle Dich nicht
Nun versuche das Getränk ohne Verschütten
An Deine Kunden
Deinem Gast & Brötchen- & Geldgeber
Zu bringen
Wird Dir diese einzig wahre, nächste & recht große Anforderung gelingen?
(eingegeben 02.05.06- ausgedacht 12 1996)
Der Schuss 11/96
Ich bin Polizist
Gerade bin ich auf einer Verbrecherjagd
Wie immer
Befinde ich mich in der ersten Reihe
Gelegentlich überlege ich mir wohl, was geschähe
Wenn ein Schuss nach hinten losgeht
Wenn ich getroffen werde
Wenn ich jemanden treffe...
Gilt es dann immer noch als Notwehr oder notwendig?
Oder werde ich selber dann als Mörder beurteilt?
Genügend Beispiele gibt es...
Es war nicht zu beweisen, dass man provoziert wurde-
Worte lassen sich nicht vor Gericht zeigen
Es war nicht zu beweisen, dass man bedroht wurde
Entfernte Waffen lassen sich nicht vor Gericht zeigen
Es war nicht zu beweisen, dass man im Recht war
Gewisse Leute & Aussagen lassen sich nicht vor Gericht zeigen
Deshalb achte darauf, alles schwarz auf weiß zu sammeln
Dich selber zu sammeln
Um Deinen Vorgesetzten verstehen zu geben, was Dich bedrückt & betrügt
Ein unbedachter, dummer Schuss
Darf nicht einst sein Dein Verdruss
Versuche daher nicht zu verdrängen & zu vergessen
Jeder Schuss kann nur aus einem Schießeisen stammen
Jeder Schuss bedarf vorher einer Aus-Lösung
Deshalb bedenke was & wen Du triffst mit
Deinem nächsten Schuss ...
(eingegeben 01.05.06- ausgedacht 11 1996)
Der Schrauber 11/96
Ich bin der Schrauber
Ja
Tagtäglich helfe ich hier
Wenn jemand glaubt bei ihm sei eine Schraube locker
Meist sind es eher nur unauffällige Arbeiten
Sie gehen schnell & locker von der Hand
Weil ich mich bemühe
Weil ich vorausplane & -denke
Weil ich mich konzentriere
Weil ich nur meine Arbeit bei der Arbeit sehe
Ich komme von Abteilung zu Abteilung
Ich erhalte einen gewissen Überblick
Dennoch kann ich Distanz wahren
Nun will man mich entlassen.
Das soll man nur
Ich bin flexibel & motiviert genug etwas Neues zu finden.
Nur
Was die Leute hier ohne einen Schrauber machen, weiß ich nicht
Sicherlich - es ist vernünftig zu rationalisieren
Aber in welchem Maße?
Dafür braucht man kein Seher zu sein
Die Arbeit funktioniert leider/zum Glück nicht von allein
Selber ich
Nur der Schrauber
Bin wichtig
Wann wird das erkannt???
Nein
Meine Mutter heißt nicht Kassandra
Sondern Orakeline
Geboren In der Nähe von Delphi ...
(eingegeben 01.05.06- ausgedacht 11 1996)
Der Schauspieler 11/96
Da ist er
Der Schauspieler
Er kann nur noch in seiner Rolle leben & sprechen
Einst wollte er in die ferne, weite, große Welt aufbrechen
Jetzt erhielt er Erfolg vor Ort
Dafür zahlte er einen hohen Preis:
Er verlor sich
Er ist nun ein Abziehbild der Gesellschaft
Er tut alles so, dass sie auch ja lacht
Er versteht sich nicht mehr als Charakter
Sondern als Marionette
Er verlor die Zuversicht & Geduld
Er wechselte nicht den Regisseur
Das Stück
Die Bühne...
Weshalb ging er so auf?
Warum hielt er nicht an seinen Idealen fest?
Wieso erkannte er nicht, dass sämtliche Leute Schauspieler sind?
Sie kennen nur das notwendige Vortäuschen &
Sagen Ausreden
Die für die Frager darstellen einen rechten Segen
Sie brauchen sich nicht zu rechtfertigen
Sie werden nicht angegriffen
Sie fühlen sich bestätigt
Zu gern lassen sie sich Salz in die Augen streuen
Denn sie sind zu müde zum Aufbäumen
Sie verloren zu viele Ideale
Sie fordern eine einfache Welt:
Es soll alles funktionieren in der auch so Realen
Sie wollen gar nichts Neues
Die alte Schau darf immer wieder gezeigt werden
Da kennen sie sich aus
Sie können den Text mitsprechen.
Habe darum kein Mitleid mit dem Schauspieler
Vielleicht
Ist das wirklich
Seine Rolle...
(eingegeben 01.05.06- ausgedacht 11 1996)
Privat / Büro 10/96
Ich möchte es nicht trennen
Ich möchte mich gleich bewegen
Ob als Privatmann
Oder während meiner Arbeit
Meine Gedanken offenbaren will ich den Kollegen
Verstecken möchte ich mich nicht
Ich probiere es aus
Fehlgeschlagen
Ehrlich & naiv gab ich bekannt
Was mir aufschlug auf meinen Magen
Es wurde weitergetratscht
Wir sind im Krieg hieß es
Die Gegner warten nur auf ein Straucheln
Dann stoßen sie zu
Ich verstehe es nicht: wozu?
Weshalb können sie das Zeichen nicht verstehen?
Friedlich & zuvorkommend- menschlich!- miteinander umgehen
Ein wenig Aufmunterung tut uns doch allen gut
Mich verliert der Mut
Es gibt nur eine Einsicht:
Eine Trennung muss her
Eine Trennung Privat/Beruf
Diese Erkenntnis schmerzt mich sehr
(eingegeben 22.04.06- ausgedacht 10 1996)
per arne - 22. Apr, 20:41