Eine Einfach Komplizierte Geschichte
Eine Einfach Komplizierte Geschichte 10 97
Gleich erscheint er: mein Freund.
Was heißt hier Freund? Er ist viel mehr mein Brieffreund, mein Briefpartner. Häufig öffnete er mir die Augen für das, was ich am meisten verehre & gleichzeitig aus tiefstem Herzen verachte: Männer.
Ich weiß nicht, ob diese Kreaturen meine Gefühle überhaupt mitbekommen. Mittlerweile ist mir das egal- bin ich eine zu skeptische, anspruchsvolle Eva?
Wirklich egal ist mir, was das 'Andere Geschlecht' von mir hält. Oh wei- wie ich schon tituliert worden bin; wie ich schon ewigst froh & siegessicher angelächelt worden bin; wie ... Wie bitte? Ich soll paar Geheimnisse preisgeben, verraten? Warum? Wen interessiert es schon? Eventuell einen Einzigen? Auch wenn niemand es liest & zur Kenntnis nimmt, so schrieb ich es mir wenigstens von der Seele? Na wenn das so einfach ist, probiere ich es gerne aus.
‚Du kleine, süße Tittenmaus ...’ ‚Du Engel ...’ ‚Du Vorhölle zum Paradies ...’ ‚Du immer fröhlicher Brunnen toller Ideen & motivierender Lebensimpulse ...’ ‚Du allergeilste Votze ...’ ‚Du ...’- das langt?
Na bitte, Du wolltest es aber so. Dabei war es nicht mal die Spitze des Eisbergs.
Auf jeden Fall falle ich nicht mehr auf Worte herein. Für mich ist ausschlaggebend etwas Eigenes, etwas Spezielles, etwas Originelles, etwas Einzigartiges: die Art zu sprechen, leben, denken- die Mimik & Gestik- die tatsächlich Taten, die den ach-so-großen Worten folgen- das Vorhandensein, wenn es am nötigsten ist.
Vielleicht mache ich es mir einfach zu kompliziert? Sollte ich mich schneller öffnen, anpassen, weniger Gedanken mir machen? Eine Antwort weiß ich nicht- ich weiß nur, ich bin ich & das will ich bleiben. Wie stark kann man verändert werden? Wie doll kann man selbst manipulieren? Wann erscheint er nur?
Ob sie zusammenpassen? Er, meine treue Seele, & sie, meine Busenfreundin. Ich wäre so zufrieden: sie ist der weiblich Mensch, der mir ohne Ende zu sagt, er der Männliche. Unterhalte ich mich mit ihm, höre ich ihr Wort. Spreche ich sie an, vermute ich, sie sei der weibliche Er. Weshalb soll das mit der Liebe so verzwickt sein? Wieso nicht einfach? Gut- Liebe fällt & steigt durch Liebe- Liebe flattert dem zu, der sie nicht haben will. Liebe zerstört Freundschaften. Allerdings: was gibt es Herrlicheres als Liebe? Wie lernte ich die Beiden kennen?
Sie?
Sie war mal in meiner Klasse. Ständig widersprachen wir uns. Wir... ach Gott! Gar viele Geschichten, Anekdoten, Betthupferl fallen mir ein! Manchmal hieß es schon 'Ich oder er'- für mich war die Antwort immer sofort klar. Sie möchte ich nicht missen wollen. Ich verfluche jetzt schon den Tag, an dem sie mir beichtet, sie wolle heiraten. Heirat? Warum?
Aus steuerlichen Gründen? Verständlich. Aus der Notwendigkeit? Klar, Strafe muss sein... Aus Liebe gar? Nee- die gibt es gar nicht. Wo soll denn der Unterschied sein, ob man Jemanden als Partner oder als Ehemann vorstellt? Ich werde nie heiraten. Das sind doch alles Hohlköpfe. Denken mit 'Zwischen-den-Beinen' & sind beim 2.Treffen schon zum Gähnen langweilig. Deren Strickmuster ist klar, deren Absichten schnellstens erkennbar. Wo bleiben denn nur die Beiden?
Er versprach mir, eher da zu sein. Wir wollten uns noch etwas liebkosen.
Ich & er zum letzten Mal? Doch- wer vertraut schon einem Mann? Die müssen nur sich ein alles zu entschuldigendes Lächeln- ein ganz entwaffnendes Anlachen & sie dürfen sich alles erlauben.
Nein, Ihr netten Männer- Ihr seid mir einfach zu nett, zu aalglatt, zu charakterlos, zu schwach- ich brauche Jemanden, der mich bricht, wenn ich brechen muss. Der mich aufbaut, wenn ich mich im Aufbau befinde. Ich benötige mich. Die Ansichten einer verrückten, verzweifelten, einsamen Frau?
Sie erscheint- tatsächlich kommt sie vor ihm! Was für eine Seltenheit. Gar müde schaut sie aus.
Anormal, sie gleicht einem leichten Mädel- ist sie sie?
Sie habe unruhig geschlafen. Schließlich treffe sie heute ihn, den von mir Auserwählten. Sie wisse nichts zu sagen. Sie sei aufgeregt, nervös, unkonzentriert. Alles auf einmal- was für eine Mischung!
Ich möchte sie beruhigen, besänftigen. Die eine Hand strebt gen Brustkorb, die Andere zum Unterleib. Das hilft immer. Niemand ist so zärtlich wie ich. Doch- sie stößt mich zurück. Das störe, behindere sie. Sie verlange eine weitere starke, männliche Hand. Lieber zu grob, als zu lieblich. Das sei ihr über. Sie möchte zu neuen Ufern aufbrechen. Endlich hat sie das Gefühl am Ziel & Neugeboren zu sein. Sich wieder frei & rein fühlen zu können. Sie meint, den Weg, die Suche endlich beenden zu dürfen.
Das soll sie sein? Sie, meine Busenfreundin? Sie??? Was teilte ich nicht alles mit ihr? Was weinte ich nicht mit ihr? Was plante ich nicht alles mit ihr? Und jetzt das? Spricht man deshalb vom Dank der Welt?
Nun erscheint er- auch er ist abgeschlafft. Nein- das ist nicht er. Immer wenn wir uns trafen, war er munter & vital. Kaum zu stoppen war sein Redeschwall. Was wollte er nicht noch alles erleben, wie wollte er glücklich werden mit seiner Frau. Die Frau mit der er eng umschlungen im Sommer spazieren gehen möchte & im Herbst schreiend durch den Regen rennen will & im Frühling mühsam die Berge heraufkraxeln möchte & im Winter die Berge federleicht herunter fahren will.
Nie sprach er von einem Seitensprung oder einem ordinären Fick. Gelegentlich schon- der war gut & notwendig, um uns zu sammeln, um die verdammten Masken zerstören zu können. Er redete lieber von 'sich heftig, leidenschaftlich umarmen, wobei Vulkanausbrüche nicht ausgeschlossen wurden'.
Er wollte weinen... denken... träumen... leben...
Nie wollte er zum 08/15-Männchen/ Steh-Auf-Männchen werden.
Du, mein Freund, Du bist es längst. Du, meine Busenfreundin, auch Du bist es. Madame Gewöhnlich- was man am meisten kritisiert & zu verhindern versucht, das ist oder wird man. C'est vrai?
Ich versuche mich gegen Gefühle zu währen, doch jedes 2. Gespräch landet im Bett. Wo bleibt mein Herzblatt? Wo ist mein Mann? Der Mann? Gibt es ihn? Ist nicht alles nur ein abgeficktes Spiel? Gibt es keine Ehrlichkeit?
Ehrlich- verschwinden will ich. Weg von diesen geilen Tieren namens Mensch. Alle Männer sind Schweine, alle Frauen Schweinezüchter. Sie züchten sich ihre Schweinchen heran, die so werden, wie sie werden sollen. Das ist einfacher so. Doch dann wollen wir Frauen es nicht mehr haben, dieses Schwein.
Auf & runter, ab & auf geht's, auseinanderspreizen, auf & nieder, oben & unten, vorn & hinten, auf & zu- nicht sprechen, nicht denken. Alles verdrängen. Bisschen Flüssigkeiten austauschen. Sprechen nervt, Unterhaltung ist unmöglich. Dabei aber Lächeln, weil die Kraft zum Weinen nicht mehr reicht ...
Wer hält mich? Wer ist stark genug? Mit wem werde ich mal dieses immer gleiche Spiel ausüben müssen? Gibt es keine Anderen? Soll man Maßstäbe setzen oder herunterfahren?
Ich bin kaputt, ausgelaugt wegen der ständigen Suche. Weil immer das Falsche im rechten Moment passiert. Da ich nicht das mache, was ich will. Weil ich immer die Falschen mir anlache. Bin ich zu kompliziert?
Eben weiß ich, was ich unternehme: ganz einfach gehe ich auf ihn zu. Er, dem ich alles anvertraue; den ich nachts aus dem Bett klingele; mit dem ich zusammen über den Geschlechterkampf & diese Geschlechter schimpfe ...
Wird er mich mögen?
Sicherlich- erzeugt nicht jede Liebe Gegenliebe?
(Eingegeben 13.02.07, Ausgedacht 10/97)
Gleich erscheint er: mein Freund.
Was heißt hier Freund? Er ist viel mehr mein Brieffreund, mein Briefpartner. Häufig öffnete er mir die Augen für das, was ich am meisten verehre & gleichzeitig aus tiefstem Herzen verachte: Männer.
Ich weiß nicht, ob diese Kreaturen meine Gefühle überhaupt mitbekommen. Mittlerweile ist mir das egal- bin ich eine zu skeptische, anspruchsvolle Eva?
Wirklich egal ist mir, was das 'Andere Geschlecht' von mir hält. Oh wei- wie ich schon tituliert worden bin; wie ich schon ewigst froh & siegessicher angelächelt worden bin; wie ... Wie bitte? Ich soll paar Geheimnisse preisgeben, verraten? Warum? Wen interessiert es schon? Eventuell einen Einzigen? Auch wenn niemand es liest & zur Kenntnis nimmt, so schrieb ich es mir wenigstens von der Seele? Na wenn das so einfach ist, probiere ich es gerne aus.
‚Du kleine, süße Tittenmaus ...’ ‚Du Engel ...’ ‚Du Vorhölle zum Paradies ...’ ‚Du immer fröhlicher Brunnen toller Ideen & motivierender Lebensimpulse ...’ ‚Du allergeilste Votze ...’ ‚Du ...’- das langt?
Na bitte, Du wolltest es aber so. Dabei war es nicht mal die Spitze des Eisbergs.
Auf jeden Fall falle ich nicht mehr auf Worte herein. Für mich ist ausschlaggebend etwas Eigenes, etwas Spezielles, etwas Originelles, etwas Einzigartiges: die Art zu sprechen, leben, denken- die Mimik & Gestik- die tatsächlich Taten, die den ach-so-großen Worten folgen- das Vorhandensein, wenn es am nötigsten ist.
Vielleicht mache ich es mir einfach zu kompliziert? Sollte ich mich schneller öffnen, anpassen, weniger Gedanken mir machen? Eine Antwort weiß ich nicht- ich weiß nur, ich bin ich & das will ich bleiben. Wie stark kann man verändert werden? Wie doll kann man selbst manipulieren? Wann erscheint er nur?
Ob sie zusammenpassen? Er, meine treue Seele, & sie, meine Busenfreundin. Ich wäre so zufrieden: sie ist der weiblich Mensch, der mir ohne Ende zu sagt, er der Männliche. Unterhalte ich mich mit ihm, höre ich ihr Wort. Spreche ich sie an, vermute ich, sie sei der weibliche Er. Weshalb soll das mit der Liebe so verzwickt sein? Wieso nicht einfach? Gut- Liebe fällt & steigt durch Liebe- Liebe flattert dem zu, der sie nicht haben will. Liebe zerstört Freundschaften. Allerdings: was gibt es Herrlicheres als Liebe? Wie lernte ich die Beiden kennen?
Sie?
Sie war mal in meiner Klasse. Ständig widersprachen wir uns. Wir... ach Gott! Gar viele Geschichten, Anekdoten, Betthupferl fallen mir ein! Manchmal hieß es schon 'Ich oder er'- für mich war die Antwort immer sofort klar. Sie möchte ich nicht missen wollen. Ich verfluche jetzt schon den Tag, an dem sie mir beichtet, sie wolle heiraten. Heirat? Warum?
Aus steuerlichen Gründen? Verständlich. Aus der Notwendigkeit? Klar, Strafe muss sein... Aus Liebe gar? Nee- die gibt es gar nicht. Wo soll denn der Unterschied sein, ob man Jemanden als Partner oder als Ehemann vorstellt? Ich werde nie heiraten. Das sind doch alles Hohlköpfe. Denken mit 'Zwischen-den-Beinen' & sind beim 2.Treffen schon zum Gähnen langweilig. Deren Strickmuster ist klar, deren Absichten schnellstens erkennbar. Wo bleiben denn nur die Beiden?
Er versprach mir, eher da zu sein. Wir wollten uns noch etwas liebkosen.
Ich & er zum letzten Mal? Doch- wer vertraut schon einem Mann? Die müssen nur sich ein alles zu entschuldigendes Lächeln- ein ganz entwaffnendes Anlachen & sie dürfen sich alles erlauben.
Nein, Ihr netten Männer- Ihr seid mir einfach zu nett, zu aalglatt, zu charakterlos, zu schwach- ich brauche Jemanden, der mich bricht, wenn ich brechen muss. Der mich aufbaut, wenn ich mich im Aufbau befinde. Ich benötige mich. Die Ansichten einer verrückten, verzweifelten, einsamen Frau?
Sie erscheint- tatsächlich kommt sie vor ihm! Was für eine Seltenheit. Gar müde schaut sie aus.
Anormal, sie gleicht einem leichten Mädel- ist sie sie?
Sie habe unruhig geschlafen. Schließlich treffe sie heute ihn, den von mir Auserwählten. Sie wisse nichts zu sagen. Sie sei aufgeregt, nervös, unkonzentriert. Alles auf einmal- was für eine Mischung!
Ich möchte sie beruhigen, besänftigen. Die eine Hand strebt gen Brustkorb, die Andere zum Unterleib. Das hilft immer. Niemand ist so zärtlich wie ich. Doch- sie stößt mich zurück. Das störe, behindere sie. Sie verlange eine weitere starke, männliche Hand. Lieber zu grob, als zu lieblich. Das sei ihr über. Sie möchte zu neuen Ufern aufbrechen. Endlich hat sie das Gefühl am Ziel & Neugeboren zu sein. Sich wieder frei & rein fühlen zu können. Sie meint, den Weg, die Suche endlich beenden zu dürfen.
Das soll sie sein? Sie, meine Busenfreundin? Sie??? Was teilte ich nicht alles mit ihr? Was weinte ich nicht mit ihr? Was plante ich nicht alles mit ihr? Und jetzt das? Spricht man deshalb vom Dank der Welt?
Nun erscheint er- auch er ist abgeschlafft. Nein- das ist nicht er. Immer wenn wir uns trafen, war er munter & vital. Kaum zu stoppen war sein Redeschwall. Was wollte er nicht noch alles erleben, wie wollte er glücklich werden mit seiner Frau. Die Frau mit der er eng umschlungen im Sommer spazieren gehen möchte & im Herbst schreiend durch den Regen rennen will & im Frühling mühsam die Berge heraufkraxeln möchte & im Winter die Berge federleicht herunter fahren will.
Nie sprach er von einem Seitensprung oder einem ordinären Fick. Gelegentlich schon- der war gut & notwendig, um uns zu sammeln, um die verdammten Masken zerstören zu können. Er redete lieber von 'sich heftig, leidenschaftlich umarmen, wobei Vulkanausbrüche nicht ausgeschlossen wurden'.
Er wollte weinen... denken... träumen... leben...
Nie wollte er zum 08/15-Männchen/ Steh-Auf-Männchen werden.
Du, mein Freund, Du bist es längst. Du, meine Busenfreundin, auch Du bist es. Madame Gewöhnlich- was man am meisten kritisiert & zu verhindern versucht, das ist oder wird man. C'est vrai?
Ich versuche mich gegen Gefühle zu währen, doch jedes 2. Gespräch landet im Bett. Wo bleibt mein Herzblatt? Wo ist mein Mann? Der Mann? Gibt es ihn? Ist nicht alles nur ein abgeficktes Spiel? Gibt es keine Ehrlichkeit?
Ehrlich- verschwinden will ich. Weg von diesen geilen Tieren namens Mensch. Alle Männer sind Schweine, alle Frauen Schweinezüchter. Sie züchten sich ihre Schweinchen heran, die so werden, wie sie werden sollen. Das ist einfacher so. Doch dann wollen wir Frauen es nicht mehr haben, dieses Schwein.
Auf & runter, ab & auf geht's, auseinanderspreizen, auf & nieder, oben & unten, vorn & hinten, auf & zu- nicht sprechen, nicht denken. Alles verdrängen. Bisschen Flüssigkeiten austauschen. Sprechen nervt, Unterhaltung ist unmöglich. Dabei aber Lächeln, weil die Kraft zum Weinen nicht mehr reicht ...
Wer hält mich? Wer ist stark genug? Mit wem werde ich mal dieses immer gleiche Spiel ausüben müssen? Gibt es keine Anderen? Soll man Maßstäbe setzen oder herunterfahren?
Ich bin kaputt, ausgelaugt wegen der ständigen Suche. Weil immer das Falsche im rechten Moment passiert. Da ich nicht das mache, was ich will. Weil ich immer die Falschen mir anlache. Bin ich zu kompliziert?
Eben weiß ich, was ich unternehme: ganz einfach gehe ich auf ihn zu. Er, dem ich alles anvertraue; den ich nachts aus dem Bett klingele; mit dem ich zusammen über den Geschlechterkampf & diese Geschlechter schimpfe ...
Wird er mich mögen?
Sicherlich- erzeugt nicht jede Liebe Gegenliebe?
(Eingegeben 13.02.07, Ausgedacht 10/97)
per arne - 13. Feb, 16:41
