Eine Einfache Liebesgeschichte
Eine Einfache Liebesgeschichte (gibt es die wirklich?) 10 97
Ich bin eine geschiedene Frau.
Was bedeutet geschieden? Es wurde lediglich eine wilde Ehe beendet- in beiderseitigem Einverständnis. Heißt das nicht so?
Wenigstens konnten wir zum Schluss, nach dem Schlussstrich, uns noch unterhalten. Aber nicht mehr in die Augen sehen- wer hätte dies auch verlangt?
Ich weiß gar nicht, ob er mich anstarrte- zu verschwommen ist & war alles.
Normalerweise verstand er es mich gerade dann wieder zum Lachen zu bringen, so dass die Tränen wieder verschwanden. Dies war der Augenblick, an dem ich ihn am meisten mochte. Weshalb spreche ich schon jetzt von der Vergangenheit, wenn ich über uns, über ihn berichte? Sind wir so schnelllebig? So cool?
Worüber diskutieren, debattieren wir überhaupt? Ungewiss ist es mir- letzten Endes bleibt es unbedeutend; es war immer so & nichts wird jenes verändern.
Dabei hatte ich immer solch ein angenehmes Gefühl, so achtete ich gar nicht auf seine Worte. Mir gefiel, dass ‚Wie’, seine Klangfarbe und dass er überhaupt etwas von sich gab.
Er sollte eben nur nicht aufhören zu reden:
trotz allem strahlt seine Stimme weiterhin Geborgenheit, Wärme, Männlichkeit aus. Weshalb tauschte ich die Kassetten meines Anrufbeantworters, nachdem er sie besprach, nicht aus? So hätte ich seine wahre Stimme ganz nahe bei mir. Ich hätte zumindest die Möglichkeit, etwas von ihm zu behalten ...
Es ist so traurig: in mir keimt der Gedanke auf: ‚Nie wieder!'
Wieso ging & geht es jedes Mal wieder so tief?
Auch er war mir doch eigentlich von Anfang an unsympathisch. Meine Freunde mieden ihn, mein Hund kläffte ihn an, meine Katze verschwand- keinem war er auch nur etwas sympathisch. Was er mir erzählte war Blödsinn. Und trotz allem: ich blieb bei ihm? Warum?
Er sprach immer davon, ich hätte mehrere Gesichter; mein Gott! Wer hat die nicht? Er sprach immer davon, ich sei so ehrlich, so umwerfend, so unterhaltend; oh Gott! Ich lang-weilte mich zu Tode. Immer dieselbe Leier. Dabei wollte ich doch nur herausfinden, ob man Jemanden lieben kann, den man eigentlich hasst. Ob irgendein Mann mein Schauspiel je durch-schaut?
Bislang fand ich den noch nicht. Der wäre dann, mein wahrer Mann. Es ist doch alarmierend: man kann jeden manipulieren, hörig machen. Wird es zu kompliziert, wird es gerade richtig interessant oder er ist den Aufwand nicht wert.
Zurzeit verstecke ich mich im Wald.
Hier gefällt es mir. Niemand da, der mich bewundert, anglupscht oder angrapscht. Gar wunderbar ist die Einsamkeit. Erquickend sogar die aufkeimende Schwermut, Melancholie. Wo ist er? Wo bleibt er nur?
Er, mit dem ich eine einfache Liebesgeschichte führen kann? Er, mit dem ich über das Wetter schwätzen kann, wie über seine Lebensphilosophie. Er, mit dem ich auch schweigen kann.
Er, mit dem ich lachen & über den ich lachen kann, sogar beim Sex. Er, der Rückgrat hat; Ausstrahlung, Charisma, Geld & Wissen.
Ist es zu viel verlangt, mich als Mann erblicken zu dürfen? Lernte ich ihn schon kennen? Verwirrte ich ihn mit meinem Spiel? Mit meiner Schauspielerei? Durchschaute er mein dummes Gehabe? Realisiere ich den Richtigen? Will ich ihn überhaupt sehen?
Sollte ich mir ein weiteres Haustier zulegen? Eine Sportart intensiver betreiben?
Ich führte doch schon erfrischende Gespräche- ja, auch & selbst mit Männern, jedoch meist waren sie dann besoffen oder schwul. Ich komme um!
Ich halte es nicht aus, das weitere Aus.
Wie viele Menschen gibt es? Wie viele davon sind Männer? Und dann soll darunter Keiner sein, der mir gefällt? Unbegreiflich- wahrscheinlich das Beste wird es tatsächlich sein, sage ich mir ‚Nie wieder!’.
Bis zum nächsten Kuss ...
(Eingegeben 13.02.07, Ausgedacht 10/97)
Ich bin eine geschiedene Frau.
Was bedeutet geschieden? Es wurde lediglich eine wilde Ehe beendet- in beiderseitigem Einverständnis. Heißt das nicht so?
Wenigstens konnten wir zum Schluss, nach dem Schlussstrich, uns noch unterhalten. Aber nicht mehr in die Augen sehen- wer hätte dies auch verlangt?
Ich weiß gar nicht, ob er mich anstarrte- zu verschwommen ist & war alles.
Normalerweise verstand er es mich gerade dann wieder zum Lachen zu bringen, so dass die Tränen wieder verschwanden. Dies war der Augenblick, an dem ich ihn am meisten mochte. Weshalb spreche ich schon jetzt von der Vergangenheit, wenn ich über uns, über ihn berichte? Sind wir so schnelllebig? So cool?
Worüber diskutieren, debattieren wir überhaupt? Ungewiss ist es mir- letzten Endes bleibt es unbedeutend; es war immer so & nichts wird jenes verändern.
Dabei hatte ich immer solch ein angenehmes Gefühl, so achtete ich gar nicht auf seine Worte. Mir gefiel, dass ‚Wie’, seine Klangfarbe und dass er überhaupt etwas von sich gab.
Er sollte eben nur nicht aufhören zu reden:
trotz allem strahlt seine Stimme weiterhin Geborgenheit, Wärme, Männlichkeit aus. Weshalb tauschte ich die Kassetten meines Anrufbeantworters, nachdem er sie besprach, nicht aus? So hätte ich seine wahre Stimme ganz nahe bei mir. Ich hätte zumindest die Möglichkeit, etwas von ihm zu behalten ...
Es ist so traurig: in mir keimt der Gedanke auf: ‚Nie wieder!'
Wieso ging & geht es jedes Mal wieder so tief?
Auch er war mir doch eigentlich von Anfang an unsympathisch. Meine Freunde mieden ihn, mein Hund kläffte ihn an, meine Katze verschwand- keinem war er auch nur etwas sympathisch. Was er mir erzählte war Blödsinn. Und trotz allem: ich blieb bei ihm? Warum?
Er sprach immer davon, ich hätte mehrere Gesichter; mein Gott! Wer hat die nicht? Er sprach immer davon, ich sei so ehrlich, so umwerfend, so unterhaltend; oh Gott! Ich lang-weilte mich zu Tode. Immer dieselbe Leier. Dabei wollte ich doch nur herausfinden, ob man Jemanden lieben kann, den man eigentlich hasst. Ob irgendein Mann mein Schauspiel je durch-schaut?
Bislang fand ich den noch nicht. Der wäre dann, mein wahrer Mann. Es ist doch alarmierend: man kann jeden manipulieren, hörig machen. Wird es zu kompliziert, wird es gerade richtig interessant oder er ist den Aufwand nicht wert.
Zurzeit verstecke ich mich im Wald.
Hier gefällt es mir. Niemand da, der mich bewundert, anglupscht oder angrapscht. Gar wunderbar ist die Einsamkeit. Erquickend sogar die aufkeimende Schwermut, Melancholie. Wo ist er? Wo bleibt er nur?
Er, mit dem ich eine einfache Liebesgeschichte führen kann? Er, mit dem ich über das Wetter schwätzen kann, wie über seine Lebensphilosophie. Er, mit dem ich auch schweigen kann.
Er, mit dem ich lachen & über den ich lachen kann, sogar beim Sex. Er, der Rückgrat hat; Ausstrahlung, Charisma, Geld & Wissen.
Ist es zu viel verlangt, mich als Mann erblicken zu dürfen? Lernte ich ihn schon kennen? Verwirrte ich ihn mit meinem Spiel? Mit meiner Schauspielerei? Durchschaute er mein dummes Gehabe? Realisiere ich den Richtigen? Will ich ihn überhaupt sehen?
Sollte ich mir ein weiteres Haustier zulegen? Eine Sportart intensiver betreiben?
Ich führte doch schon erfrischende Gespräche- ja, auch & selbst mit Männern, jedoch meist waren sie dann besoffen oder schwul. Ich komme um!
Ich halte es nicht aus, das weitere Aus.
Wie viele Menschen gibt es? Wie viele davon sind Männer? Und dann soll darunter Keiner sein, der mir gefällt? Unbegreiflich- wahrscheinlich das Beste wird es tatsächlich sein, sage ich mir ‚Nie wieder!’.
Bis zum nächsten Kuss ...
(Eingegeben 13.02.07, Ausgedacht 10/97)
per arne - 13. Feb, 16:37
