Einen Moment 12/96
Gib mir bitte einen Moment
Den Moment
Meines Lebens
Des Nachsinnens
Des Überlegens
Des Seins
Des Schlafens
Des Vergegenwärtigens
Des Zurückziehens
Des Besinnens
Des Ausruhens
Des Abschaltens
Des Alleine-Seins
Des Verzeihens
Des Verstehens ...
Momentan
Weißt Du nicht
Worauf ich hinaus will
Doch eines Tages wirst Du es verstehen
Dann einsehen
Dass weniger mehr ist ...
(eingegeben 02.05.06- ausgedacht 12 1996)
Das Schiffsunglück 12/96
Mein Boot geht unter
Als es begann zu brennen
Verabschiedeten sich die ersten Gäste
Die, die sonst am längsten blieben & als die ersten kamen
Jedoch den Aufenthaltsort meiner Putzwerkzeuge kennen sie nicht
Die Nächsten gingen als endlich der Mast umfiel
Abermals die Nächsten als der Vorrat aufgebraucht war
Jetzt blieben die, die ich am Schäbigsten behandelte
Weshalb nur, schreit man die an, die es am Besten mit einem meinen &
Rennt man denjenigen nach, die Einen bei der ersten Windböe verlassen?
Warum steckte ich alles in Status Symbole?
Weshalb besorgte ich nicht das, was ich am ehesten brauchte?
Aus welchem Grunde folgte ich gewissen Ratschlägen?
Wieso drücke ich mich nun vor den Konsequenzen?
Weshalb kümmere ich mich jetzt nicht um mein Boot?
Rette so rasch wie möglich was zu retten ist?
Siehe- es kommen doch noch andere Helfer!
Warum braucht man gelegentlich ein Schiffsunglück?
(eingegeben 02.05.06- ausgedacht 12 1996)
Der Kellner 12/96
'N Abend
Kellner Ich grüße Dich!
Ist der ein Guter für Dich?
Weshalb verkriechst Du Dich dann?
Du stehst gelangweilt in der Ecke
Rennst wie der Teufel, wenn man Dich winkt
Nimmst die Bestellung gar freud- & lustlos auf
Ohne den Besteller anzugucken
Deine Gäste servierst Du
Ab wie ein Fließbandarbeiter
Weshalb?
Einst war das doch Dein Traum
Heute bekommst Du kaum den Mund auf
Ständig schaust Du auf die Uhr
Wann ist Schluss?
Ja
Wann beendest Du das?
Du möchtest so sein & Dich unterhalten
Wie die im Film
Dort ist aber alles konstruiert
Die Gespräche ewigst geprobt & einstudiert
Die Leute engagiert
Nein
Ein Film soll uns unterhalten nicht als Vorbild dienen
Versuche Du doch zu lächeln
Auch wenn Deine Kollegen Dich deshalb auslachen
Du führst Deine Arbeit aus
Und wenn es Dir noch Spaß macht
Dann sei zufrieden & verstelle Dich nicht
Nun versuche das Getränk ohne Verschütten
An Deine Kunden
Deinem Gast & Brötchen- & Geldgeber
Zu bringen
Wird Dir diese einzig wahre, nächste & recht große Anforderung gelingen?
(eingegeben 02.05.06- ausgedacht 12 1996)
Das Unsichtbare 12/96
Du beschäftigst Dich mit dem Unsichtbaren
Mit
Glück
Liebe
Freundschaft
Gedanken
Lebenssinn ...
Ich hoffe
Damit bist Du nicht auf der Flucht
Flucht von
Dir
Dem Greifbaren
Dem Naheliegenden
Dem Tun
Deinen Problemen
Du benötigst
Eine Fassade
Eine Mauer
Eine Ausrede
Ein Alibi
Brich die Mauer ein
Man soll Dich ruhig sehen
Ja
Auch mit Deinen Problemen & Leiden
Reiß die Fassade nieder
Sie wird sowieso beim 1. Windstoß umfallen
Baue ein wahres Fundament
Dein wahres Fundament
Suche keine Ausrede
Mache das, was Du kannst
Mehr wird von Dir nicht verlangt
Das Unsichtbare vernachlässige dennoch nicht
Zunächst sollte allerdings das Sichtbare ein gewisses Gewicht erhalten
Gibst Du Dir Mühe?
Mühe für Dein Leben?
Das Kostbare?
Einzigartige?
Unvergleichliche?
(eingegeben 02.05.06- ausgedacht 12 1996)