Samstag, 31. Dezember 2005

Dein Anruf

Dein Anruf 09 93

Ich warte am Telefon
Das geht so nun eine ganze Weile schon

Ruf doch an!
Bitte!
Ich gehe gewiss sofort dran

Melde Dich doch bitte
Oder weißt Du nicht, dass Du getroffen hast meine Herzensmitte?

Ich wählte Deine Nummer gerade schon an die 1.000 Mal
Aber trifft man Dich an mal?

Nein

Du bist unterwegs
Und bekommst gar nicht mit, wie doll Du mir fehlst

(eingegeben 31.12.05- ausgedacht 09 1993)

Hoffnung

Hoffnung 09 93

Hoffnung!?
Na und?!

Der Mensch ist hoffnungs-los
Woher kommt das bloß?

Ich möchte aber hoffen
Nicht umsonst habe ich so viele eigenartige, geniale, ansprechende, verschiedene Leute getroffen

Da darf man doch noch hoffen?

(eingegeben 31.12.05- ausgedacht 09 1993)

Es tut mir leid

Es tut mir leid 09 93

Es tut mir leid
Meine bestimmte Tätigkeit

Es tut mir leid
Diese Worte rufen in mir hervor Übelkeit

Man sagt es
Aber meint man es?

Es wird gesagt
Und die Sache gilt als abgehakt

Es tut mir leid
Es wird gesagt und danach herrscht wieder Heiterkeit

Man sollte vermeiden
Dass es überhaupt gelangt zu diesen Peinlichkeiten
Man macht diese Aussage
Und schon erhält man wieder die gleiche Ausgangslage

Durch ‚Es tut mir leid’
Soll das Geschehene verdrängt werden in die Vergangenheit

Jedoch sollte es dazu gar nicht erst kommen
Die Pflicht zur Entschuldigung soll nicht verkommen
Trotzdem soll diese Floskel
Nicht erstatten das ewige Gemotzel

Du verstehst den Sinn nicht?

Es tut mir leid …

(eingegeben 31.12.05- ausgedacht 09 1993)

Eine schöne Zeit

Eine schöne Zeit 08 93

Ich danke Dir für diese schöne Zeit
Du hast mich von so mancher Sache geheilt

Durch Deine Art, Dein Lachen & Dein Wesen
Fiel es mir einfach so manches zu vergessen, was ist mal gewesen

Wir beide haben etwas Wunderbares geschafft
Wir gründeten eine hoffentlich ewig andauernde Freundschaft

Diese schöne Zeit mit Dir
Bleibt ganz gewiss in besonderer Erinnerung mir

Nun fehlen noch Worte des Dankes
Übrigens: weißt Du, dass Du mich vor kurzem noch gar nicht kanntest?
Doch tatsächlich
Es gab auch mal eine Zeit ohne mich
Und
Oh wirklich
Es gab auch eine Zeit, da kannte ich nicht Dich

Wie schön, dass ich Dich habe kennen gelernt
Vielen Dank!
Nur schade, dass Du wohnst von mir gar so weit entfernt

Jedoch können wir telefonieren und uns schreiben
Und so weiterhin die Gedanken dem Anderen mitteilen

Eventuell treffen wir uns mal
Um miteinander zu reden
Natürlich wieder ziemlich offen

Ja- darauf hoffe ich nun

Vielen Dank für alles & auf eine hoffentlich wiederkehrende ‚Schöne Zeit’
Auf eine Freundschaft für die Ewigkeit
Auf viele liebe, nette Briefe
Auf eine fröhliche Zukunft
Mag uns nichts trennen
Mögen wir uns nicht wehtun

Auf alles
Was man sich noch wünschen kann!

(eingegeben 31.12.05- ausgedacht 08 1993)

Daheim

Daheim 08 93

Daheim, zu Hause, at home, en casa
Danach sehnt sich ein Jeder

Der Eine mehr, der Andere weniger
Aber alle freuen sich darauf
Denn daheim ist man geborgen
Da nimmt man auch in Kauf die alltäglichen Sorgen

Die Vorteile von ‚Daheim’ lassen einen freuen auf den nächsten Morgen
Welche Vorteile ich wohl meine?
Das Vertraute, die Bekannten, die Erinnerungen- sind es auch nur Kleine

Du kannst von keinen Vorteilen sprechen?
Dann musst Du wohl in die große Welt aufbrechen
Um etwas Abstand zu gewinnen
Durch die Distanz gewinnst Du an Nähe
Irgendwann sehnst Du Dich dann
Nach daheim

Probiere es einfach aus
Eventuell wird es sogar Dir auch was bringen?

(eingegeben 31.12.05- ausgedacht 08 1993)

Lesen

Lesen 08 93

So viele Sachen kann man lesen
Über das
Was ist
Was sein wird
Was ist gewesen

Sicherlich
Die Buchstaben
Die sind ganz besondere Gaben

Jedoch sollte das Lesen
Nicht werden das eigentliche Leben

Denn so viele Dinge gibt es hier zu tun
Lesen ist tatsächlich ein schönes Hobby

Aber es kann & soll ersetzen
Das wahre Leben
Nie

(eingegeben 31.12.05- ausgedacht 08 1993)

Verliebt

Verliebt 08 93

Verliebt?
Ob es dieses Wörtchen auch für mich gibt?
Muss ich mich nun entscheiden?

Eigentlich egal
Denn Liebe ist eine Sache von zweien
Und wer könnte diese zweite Person sein für mich?
Wem dürfte ich zuflüstern:
‚Ich mag & liebe Dich!’?

Es gäbe eine Person
Nur weiß ich nicht ob sie mich liebt schon

Nun ja
Vergesse ich diese Illusionen
So wie diese romantischen & fragwürdigen Visionen

So versuche ich auch das wunderhübsche Wort
‚Liebe’
In meinem Hinterkopf zu verdrängen
Und mische mich eifrig & heftig in die Menschenmengen

Bis zu jenem Tag
An dem ich erhöre das liebliche
‚Weißt Du, dass ich Dich mag?’

(eingegeben 31.12.05- ausgedacht 08 1993)

Alleine

Alleine 08 93

Allein
Möchte ich das wirklich sein?

Nein

Ich will Leute & Leben sehen
Deshalb werde ich in die große & weite Welt gehen
Dann lerne ich neue Bekanntschaften kennen
Und kann mehrere Geschichten & Dinge benennen

Trotz allem tut
Es gut
Ein wenig zu ruhen- allein

Man kann nachdenken über das, was ist, war & wird sein

Merke bitte Dir

Kein Mensch auf der Erde hier
Kann & darf lange sein

Alleine

(eingegeben 31.12.05- ausgedacht 08 1993)

Zeit

Zeit 08 93

Ich gucke auf die Uhr
Wo bleibt diese verfluchte Zeit nur?
Ist sie tatsächlich immer gleich?

Da werde ich doch ganz unsicher & weich
Jedoch muss sie ziemlich wichtig sein
Denn jeder richtet sich nach ihr seine Zeit ein

Ach Du liebe Zeit

Lasse Dir doch etwas Zeit

(eingegeben 31.12.05- ausgedacht 08 1993)

Fremdes Land

Fremdes Land 08 93

Ich befinde mich nun in einem fremden Land
Aber ist es mir wirklich gänzlich unbekannt?

Ich glaube kaum

Denn auch hier sind wichtig die gleichen Sachen
Die auch in meinem Lande das Leben sinnvoll machen

Essen, wohnen, schlafen, Mitmenschen treffen, Beruf ausüben …
Sollte ich noch mehr Dinge aufführen?

Nein
Denn meine Botschaft wird wohl ein jeder erkennen

Die Gefühle, Wünsche, Gedanken & Träume sind wohl überall gleich
Jedoch: warum auch die Gebäude, das Essen, die Mode, das Geld & die Sprache?

Weshalb sollte man wohl dann noch nach einem fremden Land sich sehnen?

(eingegeben 31.12.05- ausgedacht 08 1993)

Für Sabina

Für Sabina 08 93
(für Sabina)

Herzlichen Glückwunsch zu Deinem Geburtstag
Auf das Dich weiterhin jeder mag
Welchen Rat kann ich Dir wohl geben?
Du hast doch schon jetzt solch ein prächtiges, reizvolles & schönes Leben

Genieße doch recht ausführlich diese Gunst der Stunde
Und gelange nicht vor die Hunde
Solltest Du doch da angelangen
Dann bange nicht all zu sehr

Besinne Dich ein wenig auf das was ist vergangen
Und siehe: Deine Hoffnung blüht wieder auf!
Denn Du entdeckst, dass Du Dich schon immer hast aus dem ‚cacao’ hast ziehen können
Darum bleibe & sei voller Zuversicht
Dies gelte für das gesamt Jahr!

Vergiss bitte nicht den Spruch
Zu stolpern ist keine Schande
Eine Schande ist es dann liegen zu bleiben
Deshalb stehe auf & bleibe klug & weise
Schwirre hinaus!

Gar so viel gäbe es zu sagen
Aber diese Zeit habe ich gar nicht
Es wären zu viele Wochen …

Bleibe einfach so wie Du bist
Du bist sehr in Ordnung!

Habe keine Angst vor der Zukunft
Sie wird Dir gelingen
Wie bisher sämtliche Dinge!
!Espero!

(eingegeben 31.12.05- ausgedacht 08 1993)

Zum Geburtstag

Zum Geburtstag 08 93
(für Andreas)

Nun ist es wieder so weit
Du bist ein Jahr älter

Und alle wünschen Dir viel Glück, wenig Kummer & Sorgen
Natürlich auch, dass Dir so manches gelingt- heute & morgen
Und eine lang anhaltende Gesundheit

Auch ich wünsche Dir das von Herzen
Doch möchte ich Dich warnen
Auch dieses Jahr wird, unglücklicherweise, nicht frei sein von Schmerzen

Heute lassen sich die Unglücksherde nur erahnen
Doch eines werden sie da sein
Und du erhältst das Gefühl alleine auf der Welt zu sein
Jedoch damit bist Du im Unrecht!
Du hast äußerst viele Mitmenschen, echt!?

Sprich sie an
Sie erlösen Dich aus Deinem ‚Problem-Bann’ dann!
Sind die Gespräche erfolglos & hast Du dann immer noch das Gefühl
Alleine zu sein auf der Welt
Dann bleibe ruhig & mache das, was Dir gefällt!

Hauptsache Du bist mit Dir zufrieden
Vergiss aber nicht
Schutz vor Dir selber können wir Dir nicht bieten!
Letzten Endes bist Du verantwortlich für das, was Du unternimmst!

Deine Zukunft liegt in Deiner Hand
Mache bitte das Beste aus ihr

Was tue ich hier so wild schreiben & spekulieren
Alles wird sich entwickeln wie Du es Dir erwünscht
Ich wollte doch eigentlich Dir nur gratulieren

Herzlichen Glückwunsch zu Deinem Geburtstag
Hau rein!
Toi, toi, toi!!!
Alles Gute!

(eingegeben 31.12.05- ausgedacht 08 1993)

Der Spiegel Ohne Gesicht

Der Spiegel Ohne Gesicht
oder
Eine Merkwürdige Begebenheit 07 93

Ich bin Psychiater von Beruf. Zurzeit gönne ich mir eine Pause.

Sie wird jäh unterbrochen. Von einem Mann, der mir nun gegenübersteht. Merkwürdig: ich bemerkte sein Eintreten kaum. Glücklicherweise tat ich gerade so als ob ich beschäftigt sei. Was sich dazu eignet, kennt ein Jeder: Zeitung lesen, eine äußerst ‚kultivierte’; Akten studieren; Notizblock anstarren; Telefongespräche führen. Dabei nicht vergessen zu sagen:
‚… jawohl, Herr Professor…’,‚… selbstverständlich, Herr Professor…’ usw. auch wenn dieser ‚Herr Professor’ nur ‚tüt-tüt-tüt’ von sich gibt. Genau- gutes Vortäuschen. Darauf kommt es an. Nun gut. Kümmere ich mich halt um meinen Gast.

‚Was führt Sie denn eigentlich zu mir?’
‚Na ja- ich weiß nicht, wie ich es ausdrücken soll: vielleicht sind Sie der Einzige, der Letzte der mir weiterhelfen kann, in Bezug auf die Menschheit. Sie sind doch Psychiater. Also jemand, der mir & allen Menschen die Psyche, Ansichten & Gedanken richten & uns damit allen weiterhelfen kann, oder? Ich meine ja nur, Sie als Studierter- sogar ein Professor. Folgendes Problem …’

Ha- wieder so einer. Was für ein Glückstag für mich! An dem kann ich mich wieder mal dumm & dämlich verdienen. Der redet wie ein Wasserfall; wie schön, wie schön, wie schön! Ich muss es nur geschickt angehen. Genau, geschickt ‚vortäuschen’- also so tun, als ob ich auf ihn eingehe & entsprechende Aussagen tätigen wie: ‚Was Sie nicht sagen?’, ‚Das ist ja jetzt höchstinteressant’, ‚Das verstehe ich nun nicht- bitte erklären Sie es detailierter’, ‚Ja?’, ‚Oh- nein!’ oder ‚Nicht möglich’.
Das ist ein richtig alltäglicher Fall: kommt zu einem Psychiater, weil sonst niemand mehr auf ihn hört, sich mit ihm befassen möchte, ihn anhört, zuhört, aussprechen lässt. Eine schnelllebige Weg-werf-Gesellschaft eben. Kosten-Nutzen-Aspekte werden groß geschrieben. Geschwätz um Banalitäten. Viel Lärm um nichts!
Mal schauen, was er sonst so zu bemängeln, behaupten hat.

‚… ja, was ich nicht, also absolut nicht, verstehe, ist die Menschheit an sich. Wieso lebt sie ohne Religion? Ohne Gott? Ohne ihren Führer, Macher, Schaffer & Lenker??? Religion ist mein Ein & Alles- ohne sie bin ich nichts. Ein Nichts. Uninteressant. Machtlos. Wäre alles umsonst gewesen? Was für einen Sinn gibt es? Welche Daseinsberechtigung? Welchen Stellenwert hätte dann die Bibel? Welche Normen gäbe es? Was hilft dem Menschen dann? Sein eigenes persönliches Glück? Ein zufriedeneres Leben??? Tja, und dann noch …’


Rede Du nur, mein Freund! Du bist ein wahrlich großer Fisch für mich. Mit Deinen Problemen wirst Du mein Stammkunde. Ich lasse Dich einfach erzählen & irgendwann beginnt meine tatsächliche Arbeit. Das Auswerten, Analysieren Deines Falles.
Ich weiß jetzt schon bereits, was ich sagen werde; ach- ist das nicht uninteressant, was ich sage? Hauptsache ich gebe irgendwas von mir? Ist das nicht das heutige Heil-igtum ‚ … der Herr Doktor gab mir den Rat & nun bin ich geheilt!’?
Wollen diesen einfachen Satz nicht alle Patienten nach einer abgeschlossenen ‚Heil-ung’ von sich geben?
Ho, was mein Patient alles zu äußern hat- phänomenal. Genial! Glück für mich. Direkt philosophisch, aber eben doch nur verrückt. Was für eine verrückte Welt. Mmm- mir kann es nur Recht sein; was der alles zu sagen hat: un-glaub-lich!

‚ … die Religion geht den Bach hinunter, befindet sich auf dem Holzweg- oder bereits am Kreuz? Ergo tut der Mensch nicht mehr glauben. Glauben bedeutet doch ‚nicht wissen’ also bedeutet es, das Glauben, ‚Vermuten’, ‚Annehmen’, ‚Hoffen’, ‚Vertrauen’ …’

Puh- was für Gedanken, genial! Einer der Fälle, die der ‚Herr Professor Professor Doktor’- wie lautete sein Name noch mal?- so oft beschrieben hat. Ach ja, diese Seminare- was für berauschende Feste wir dann immer feierten, he, he, he!

‚… Hilfe! Die Menschheit existiert tatsächlich ohne ihren Führer, Lenker, Schöpfer- sie lebt ohne Gott. Es führt kein Weg daran vorbei. Wie kann ich der Menschheit zeigen, dass ihr Schöpfer lebt, wenn sie nicht bald anfängt die Wahrheit zu sehen? Jesus Christus …’

Ha- das nimmt ja Konturen an, oh weia! Hält sich für Gott! Was für ein Typ, was für ein Mensch. Hält sich tatsächlich für Gott in dieser gotteslästernden Zeit & Gesellschaft.
Nun verstehe ich, dass er mich aufsuchte. Schließlich gelte ich als der beste Psychiater überhaupt.
Nein- größenwahnsinnig bin ich nicht. Ich habe es sogar schwarz auf weiß, der beste- der weltbeste!- Psychiater zu sein. Ich habe ein entsprechendes Diplom an der Wand hängen.

‚ … um zum Schluss zu kommen: Herr Doktor, was raten Sie mir?...’
‚Nun gut, Herr, kommen Sie in ein paar Tagen wieder. Derzeit mache ich mir Gedanken über Sie …’

Darauf stand er auf- traurig. Obwohl, war sein Gesicht traurig? Hatte er überhaupt ein Gesicht? Wie alt war er? Das ist doch alles ziemlich merkwürdig.
Am merkwürdigsten ist immer noch, dass ich nun schon 49 Minuten warte, um ihn endlich zu entdecken, auf der Straße.
Merkwürdig, Merkwürdig, Merkwürdig- ich hätte doch sein Verschwinden mitbekommen müssen. Tatsächlich warte ich nun geschlagene 49 Minuten an einem Fenster sitzend, auf sein Erscheinen auf der offenen Straße, merkwürdig.
Ebenso merkwürdig wie die Bemerkungen & Blicke meiner Sekretärinnen auf meine Frage, wann der Herr denn seinen nächsten Termin habe.

‚Wieso? Welchen Herrn meinen Sie denn? Ich habe niemanden realisiert, der sie in der letzten Zeit besucht haben sollte?’

Der Höhepunkt der Merkwürdigkeit ist immer noch
der lange, weiße Bart des Herrn …

(eingegeben 31.12.05- ausgedacht 07 1993)

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