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Samstag, 15. September 2007

Neben Mir 04 07

Neben Mir 04 07

Ich bin neben mir. Es gibt momentan gar zu selten ein Miteinander, ein Zusammensein, ein gemeinschaftliches Respektieren; viel mehr überwiegen die hinterlistigen, gemeinen Gedanken, die Eifersucht, der Krieg, das Spiel ‚Viel Lärm Um Nichts’ bzw. ‚Das Geschwätz Um Banalitäten’.

Was morgen ist, zählt nicht; interessiert auch niemanden. Ebenso was gestern noch war & galt. Nur das Heute & Jetzt scheint entscheidend. Wozu führt das? Fördert das die Unterstützung? Das Wir? Wo bleibt der gegenseitige Respekt? Achtung?! Das Entstehen einer tollen Gemeinschaft? Immer nur einer sein? Einer von vielen? Im Haifischbecken? Willkommen zur Piranha Party???

Weiß man nicht: Auch der Gegenüber hat seine Gedanken, Probleme, Erfahrung, Befürchtungen, Erwartungen- wann wird das je berücksichtigt? Kann man sich austauschen, laut voreinander denken, alles erzählen, ohne dass es paar Momente später die ganze Öffentlichkeit weiß? Was ist machbar? Bleibt das Verhältnis ausgeglichen? Wer gibt mehr? Wer bedient sich ausschließlich?
Lässt sich nur ständig bedienen? Wann wird die Waage stimmig sein? Ausgeglichen???

Immer wieder finde ich mich neben mir. Ich versuche kleine Schritte zu tätigen. Noch kleiner als noch vor einer Woche, aber wann gehe ich gar nicht mehr voran? Werde ich jemals ankommen? Oder eher zurückgehen? Rückwärts? Immer wieder mehr zurück? Soll ich immer wieder zurückstecken? Demütiger werden? Meine Erwartungen noch niedriger schrauben?

Manchmal hat man seine Stimme zu erheben; es muss nicht immer gar zu harmonisch sein; Widerspruch tut Not & gut- er belebt. Er gleicht einem Annähern, Erwachen. Ein Finden des gemeinsamen Nenners. Ist dies allerdings möglich? Erhält man so nicht Auseinandersetzungen, Frustration, Funkstille, Resignation an Stelle von Warnung, Austausch von Erfahrungen, das Verschmelzen von Lebensweisheiten mit –Erwartungen, ein stetiges Ergänzen?

Wird er, der Nenner, wirklich erkannt? Genannt? Benannt? Berücksichtigt?
Ernst genommen? Was tun wenn man über das Ziel hinaus geschossen hat? Kann man das überhaupt? Werden so nicht neue Horizonte, Perspektiven geöffnet & eröffnet?

Ungeschickt ist die ungleiche Behandlung. Betrachtest Du Dich selber aber auch mal kritisch? Was trägst Du zum Schlichten bei? Wie hilfst Du dem Verständnis, der Offenheit, dem Miteinander?

Weißt Du denn nicht: Wieso kümmere ich mich um den Splitter in dem Augen meines Bruders, übersehe dabei aber immer wieder die Balken in meinen sämtlichen Augen?

Ich sehne herbei die Bestätigung, die Streicheleinheiten- in jeder Hinsicht, den Frieden in mir, den Frieden meiner Anwesenheit, das Fröhlichsein, die Perspektive, das Miteinander.

So raffe ich mich auf- es wird mir gelingen. Wenn nicht heute, dann morgen. Ich versuche klar zu sehen. Selbstverständlich fällt mir immer wieder die Geschichte meines Nachbarn ein:
Brav arbeitete er ohne zu murren jeden Tag. Leistete umsonst Überstunden- ohne Extras, Dankbarkeit, Lohn, Sonderbegünstigungen u.ä. zu erhalten. Dann, eine Woche vor seiner Pensionierung, machte er endlich doch den Mund auf. Darauf sagte sein Chef: ‚Wären Sie früher mal so auf mich zugekommen, Sie wären heute bereits im Vorstand’. Daraufhin erhielt mein Nachbar einen Herzinfarkt & verstarb. Möchte ich auch genau so enden?

Oder die Kaffeegesellschaft:
Eingeladen wurden 4 Leute. 2 Kuchen standen bereit. Der Gastgeber & sein Ehrengast teilten die Kuchen alleine unter sich auf. Wie wird nun der Ehrengast diese Feier beurteilen? Der Gastgeber? Die übrigen Gäste?

Manche Leute erkennen etwas- andere lassen sich berieseln von den, was andere entdeckten. Doch die Meisten wissen gar nicht was sie erkannten, um was es überhaupt geht.

Wann wird umgesetzt das Besprochene? Das Unausgesprochene? Hätte es auch erwähnt werden sollen? Wann wird eingehalten das Versprochene? Wann erkennt man endlich das Wesentliche? Was gibt es denn nun tatsächlich Wichtigeres im Geschäftsleben als den Kunden? Der Chef? Die Berichte? Der Vorstand? Lieferanten? Spediteure? Die Muttergesellschaft?
Hat man wirklich das Glück einen Vorgesetzten erwischt zu haben, der sich für einen einsetzt? Der Rückgrat hat? Der nicht nur nickt, sondern auch kämpft & Einspruch einlegt? Der delegieren kann? Der sich nicht blenden lässt?

Gar viel gibt es noch zu berichten & doch geht es nur um eins:
Sich nicht mehr neben sich zu fühlen. So versuche ich das. Auch wenn mich sonst noch weitere Fragen quälen wie: Schreibt, sagt, äußert man das, was man denkt, was man meint, das der Andere hören will oder teilt man nur mit, was man wirklich denkt? Trinkt man um zu vergessen oder vergisst man, dass man eigentlich ein Säufer ist?

Ich kämpfe weiterhin. Ich bleibe ich. Die Welt brauche ich nicht zu verstehen- sie auch nicht mich- allerdings brauche ich erst recht nicht die Welt zu sein.

Höchstens für eine Frau, die komplette Frauenwelt?
Eines Tages wird alles so sein, wie ich es sehe. Darauf vertraue ich, befinde ich mich immer noch neben mir?

(eingegeben am 15.09.07 – ausgedacht 04/07)

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