Der Waldaufenthalt
Der Waldaufenthalt 5/97
Gelegentlich suche ich die Berge auf & gehe dem vollständigen, absoluten Nichtstun nach. Ohne Regung lasse ich mich dort fallen & sammle mich. Mitunter erschallt gar lieblich das beruhigende Herzgeräusch. Tatsächlich vernehme ich den Herzschlag des starken, warmen, lieben, lebendigen Hügels. Wie das einer Wohltat gleicht. Es ist einfach gar göttlich.
Mir fällt auf: ein Besuch gleicht nie dem Anderen. Immer differenzieren sich die herrlichen Empfindungen. Es kann sogar vorkommen, dass die Größe der Hügel variieren. Ich finde es fabelhaft & werde lebendig & bin nicht mehr zu halten. Überall trifft man mich an.
Gewiss verbringe ich auch nicht ungern meine Zeit im Tal, jedoch ist es da immer sehr ungemütlich & einsam. So eile ich lieber zu dem, über den Bergen liegenden stillen, klaren See. In diesen hineinzuplatschen gleicht größter Freude. Immer wieder springe ich gerne hinein. Um die Lust zu fördern, wandele ich galant geschmeidig an dem See-Ufer umher- immer wieder einen Fuß in das kühlende, erfrischende, belebende Nass haltend. Der See tendiert zum Überschwappen & so erhalte ich eine stets willkommene Abkühlung.
Unwirklich scheint mir diese Natur. Vor lauter Lebensfreude möchte ich explodieren, singen, jubilieren. Gar nicht mehr halten vermag ich mich. Wer erlebte dies noch nicht? Welcher Ärmste versteht nicht, wie es schön sein kann, mit der wilden, ehrlichen, puren Natur?
Es waren schon etliche Natur-Liebhaber hier- das ist wohl wahr. Sie ist nicht mehr rein, sie gleicht nicht mehr einer Jungfrau. Ihr Geheimstes wurde schon erforscht. Allerdings bürgt dieser Fakt auch Gutes: die Natur weiß sich nun dank ihrer Erfahrung anzupassen. Sie ist nicht hoffnungslos. Man weiß, irgendwie kann sie alles verkraften. Ist das beruhigend!? Man kann seiner Lebens-Lust nachgehen & verschwindet wieder ganz schnell, wenn der See Klärung verlangt. Dadurch bereinigt man die Sache am einfachsten für sich.
Ich entweiche dem nervenden, unnotwendigen Verrückt-Machen, Schwarz-Sehen, indem ich mich im Wald verkrieche, verstecke, unsichtbar mache. Dadurch finde ich mich wieder. Ich bleibe der gern gesehene Gast, der verständnisvolle Zuhörer, der weise Ratgeber. Der motivierende Wald gleicht meiner notwendigen, hilfreichen Lebenspumpe. Meinem einzig wahren Lebens-Sinn: der Wald.
Der Ort, in dem ich mich momentan befinde. Ich wünsche hier für mich zu bleiben. Kein Nächster hat mich hier zu stören.
Wer will sich schon im Wald unterhalten? Wer spricht während des Waldaufenthalts? Wen zieht es noch hier hin? Hat jemand überhaupt noch das Verlangen, einen Wald aufzusuchen? Zieht man für gewöhnlich nicht einen künstlichen oder einen Ersatz- Wald oder einen auf einem Foto vor?
Der bedarf dann keiner Pflege. Er hat nur für Einen vorhanden zu sein. Sollte der jetzige Wald verkümmern, lauern schon neue Waldstücke auf einen- merkwürdig, dass der Gute es so lange ohne Licht, Liebe & Wasser, wohl aber mit Gewalt, Unwille, Langeweile & einseitiger Befriedigung es aushielt.
Manchmal wandert mir eine Dame entgegen. Komisch, dass sie immer gerade dann auftaucht, wenn ich beschloss, meinen Wald aufzusuchen. Meine Nachbarn wurden bereits ebenfalls hellhörig. Eine geraume Zeit wohnen sie jetzt in seiner Nähe & vernachlässigten ihn. Jeder will sich nun ständig um ihn kümmern & gekümmert haben.
Die Dame scheint ziemlich durcheinander zu sein. Kurz vor mir verliert sie immer ihr Buch, ihren Schlüssel, ihre Jacke oder ihren Tanga. Neulich verlor sie gar ihr Herz. Auf dem stand ihre Telefonnummer & ‚Ruf mich doch mal an’.
Befriedigt entdecke ich dann jedes Mal beim nächsten Spaziergang, dass der entsprechende Gegenstand fort ist. Wie peinlich wäre es doch, wenn ich sie darauf anspreche, wenn ich sie in ihrer gewünschten, notwendigen, wunderbaren Einsamkeit störe. Bestimmt realisiert sie das Verlieren gar nicht. Genau- sie wird ihrer alten Liebe nachweinen & alles Andere als lächerlich empfinden. Wenn die alte Liebe gewusst hätte, wie sie vermisst & gebraucht wird, wäre es die Wahre & Einzige geblieben, aber so…
Liebe! Was ist denn das schon? Sie ist beständig wie Glück, gutes Wetter, Treue, Freunde, Vertrauen & Ehrlichkeit. Für mich gibt es keine Liebe. Außer meiner wunderbaren Liebe zu den Bergen, Seen & Tälern. Insgesamt gesehen ist Liebe etwas für Schwache, Alleingelassene. Mit Hilfe eines Partners unternimmt man Dinge, die effektiver, schneller & freudiger gingen ohne ihn. Man fand Jemanden hinter dem man sich verstecken kann, der Schuld an allem hat & ist. Seine Liebe verwendet man als Status Symbol, als Vorzeigeobjekt, als ständig hervorsprudelnde Quelle. Man schmeißt sie weg, wenn sie nicht mehr funktioniert; wenn sie nicht mehr dem Bild gleicht, das man sich von ihr machte; wenn sie wagt, zu denken; wenn sie den Mund aufmacht, um etwas zu sagen; wenn sie den wahren Kern an sich erkannte; wenn sie Probleme hat; wenn sie keine Probleme mehr lösen kann; wenn sie nichts mehr hat & ist; wenn eine nächste wahre Ware als die Einzige sich ankündigt
Wer meint zu lieben, ist dem Tode geweiht. Er will sich ganz & gar verlieren. Er missachtet die Freiheit & fällt auf Traum- & Luftschlösser herein
Mir passiert das nicht. Ich lasse es nicht zu. Ich bin immun gegen die Volkskrank- & -dummheit ‚Liebe’. Ich will nicht gebremst, in Frage gestellt werden. Ich will ich bleiben & unternehmen, was ich will.
Mittlerweile befinde ich mich auf meiner Waldlichtung. Hier bin ich der König, das Volk- der Ausgestoßene?
Gerade erkenne ich neue Seiten an den wahren Menschen- an mir.
Ich spüre, wie ich mich entspanne; wie sich meine Gesichtsmuskeln lockern; wie Ungelöstes sich in Wohlgefallen auflöst; wie ich die ganze Welt umarme; wie ich lauthals loslache; wie ich, ich bin tatsächlich fühle ich mich frischer & jünger & glücklicher. Plötzlich rast mein Herz. Will hüpfen. Mein Atem möchte schneller werden; meine Haut will prickeln; meine Gefühle verrückt spielen; mein Körper soll verwirrt werden: bin ich nun heiß oder kalt?
Meine Hose wird größer, sie will gen Himmel wachsen da= mein Knopf springt ab! Ich zerreiße mein Gewand. Gleich folgt auch mein T-Shirt, die Hose & der Body. Endlich bin ich, ich. Keine Täuschung liegt auf meiner Haut. Nur noch ich.
Überall scheint meine Hand zu sein. Wie viele habe ich denn nun davon? Wie lange verwöhne ich mich schon? Wie oft schwillt mein Adamszeichen noch an? Wann hört denn der Goldesel auf zu spucken? Ist der Beutel tatsächlich endlos angefüllt? Wo befindet sich nun schon wieder meine Hand? Ständig ist sie am Wandern:
war sie gerade noch am rechten Knie, berührt sie jetzt das linke Ohr, nun den Bauch, gerade noch den Phallus, um gleich bei den Füßen anzukommen.
Wer hält das aus? Wer möchte da nicht zupacken, mitmachen & das vollkommene Glück herbeizaubern? Neuerdings ist mein gesamter Körper schweißbedeckt. Nur noch das Zentrum ist in der Lage, gelegentlich Krokodilstränen zu vergießen, auf Grund der Trockenheit. Darum werde ich mich auf der Stelle um diese Stelle kümmern. Keine kann es so gut wie ich. Niemand kennt mich so exakt wie ich.
Das Zentrum wächst & wächst. Der heiße, ständig sich vermehrende Schweiß tropft unablässig. Beide Hände sind schon gefragt & ich hoffe, dass sich mein bestes Stück nicht an der Sonne verbrennt. Unbeschreiblich ist es. Wem liegen die wahren Wörter hierfür auf der Zunge? Ich möchte nur sagen, dass ich jetzt weiß, wie sich eine Lokomotive fühlt bzw. ein Flugzeug bzw. eine Rakete. Seit wann habe ich denn Fieber? Wie lange hält mein Herz noch dieses Glück aus? Werden meine Hände auch den nächsten Krampf überstehen? Wird das Auf & Ab meines Hinterns wirklich kein Erdbeben auslösen? Ehrlich??? Ich könnte schreien vor Glück, vor Freude, vor Befriedigung, vor Erfüllung, um Hilfe- wer bleibt davon schon unbeeindruckt???
Eine gehetzte Stimme will erfahren, wie sie mir helfen könne. Ich blicke auf & muss mir meine nackte Wanderin anschauen. Auch ihr Zentrum glänzt & wenigstens ihre Berge beben. Ich ignoriere sie & verwerfe den Gedanken an ein Beben & ziehe einen Vulkanausbruch vor. Aus den Augenwinkeln bekomme ich mit, dass auch sie ihrerseits ihr Beben, stehend, fortsetzt. Da auch bei ihr das Naturwunder nicht ausbleibt, liegen wir nun glücklich & zufrieden nebeneinander in meiner Waldlichtung. Plötzlich entdecke ich Blätter auf ihrem feuchten, bebenden, glänzenden Bauch. Das ist mir wichtig. Ich will es ihr gleich mitteilen, obwohl sie mir gerade etwas erzählt:
‚ich verwöhne mich am liebsten im dunklen Wald- da spüre ich mich am intensivsten. Außerdem kommt in dem Unterholz kein Mann vorbei unglaublich- gerne liebte ich mich ungeniert an der Öffnung der Waldlichtung, jedoch könnte das zu großen Ärger mit sich bringen. In Deiner Gegenwart aber fühle ich mich sicher ich’
Ich unterbreche sie, um die Blättergeschichte loswerden zu können. Sie sei aber zu faul, ob ich sie nicht entfernen könne. Nachdem ich das ausübte, behauptet sie, da ich doch nun schon ihre Haut berührte- tat ich dieses?-, darf ich ruhig ihre Berge erklimmen. Unsicher werde ich.
Zu häufig wurde ich bei einigen Bergwanderungen angeschrieen: ich sei zu langsam, zu männlich, zu sanft, zu ungeschickt, zu grob, zu schnell. Irgendwann wurde mir das alles zu blöde. Sind meine Wanderungserfahrungen & -vorlieben nicht mehr gerne gesehen oder erwünscht, hat sie sich einen neuen Wanderer zu finden. Unbedingt aufdrängen muss ich mich nicht.
Meine Hände erkunden gerade ihr Tal, ihre Berges-Höhen & nun ihren See. Gelegentlich entlastet mein See sie, dann ertönen wieder Wellen von Worten aus ihrem.
Meine derzeitige Wanderin wird auf einmal, unerwartet, plötzlich & überraschenderweise immer anmutiger, immer reiner, immer genießender, immer selbstbewusster. Ihr Reden wird immer mehr zum Rauschen, zu einem harmonischen Sing-Sang, zu einem stillen, beruhigendem Aufschrei. Sie mag ich gerne verwöhnen. Bei ihr stimmt & passt alles automatisch. Ein Anschreien ist von uns Beiden nicht nötig. Sie denkt nicht in Normen, Vorschriften, Riten, Gewohnheiten, Standards, Tabus, Schemata, vorgestanzten Abläufen. Sie gleicht meiner Vorstellung von Liebe. Durch sie glaube ich wieder an die Liebe & Romantik: zusammen vorausschauen; mögliches, gemeinsames Schweigen; dasselbe sehen, aber anders verstehen, tolerieren & anschließend einsehen, dass es verschiedene Arten des Sehens gibt; den Anderen mitzuschleifen bis man selber einen Anstoß benötigt; sich finden; Abstand gewinnen; lachen; aufbrausen; Lasten teilen; nicht alleine durch die Zeit stolpern; die unangenehme Leere verbannen; leben- sogar einen Traum Leben.
Sie blickt auf & soll erfahren, warum ich das Ganze unterbrach:
ich legte eine schöpferische Pause ein.
Nun darf es aber weitergehen. Ihre feuchten, wohlriechenden Haare durchkrausele ich; ihr nettes, goldiges Engelgesicht streichle ich; ihre strahlenden, ehrlichen, großen Augen küsse ich; in ihrem süßen lieblichen See-Mund versinke ich. Das alles wiederhole ich. Über & über- immer wieder. Meine Hände alleine, ausschließlich mein See & alles durch- & miteinander.
Sanft & leise & sachte schaukeln gar lustig & lieblich ihre Berge vor sich hin. Neu-gierig starren sie auf das Treiben rund um den See. Da ich vermute, dass die sich einsam vorkommen & wirklich vernachlässigt ausschauen, kümmere ich mich intensiver um sie. Ich beginne einen Wettlauf auf sämtlichen Hügeln. Bevor er zu einem einsamen Bergmarathon verkommen kann, möchten ihre Hände mich dort vertreiben, denn sie wollen auch mal etwas Handfestes spüren. So finde ich Zuflucht in ihrem reizendem Vagina-Wald. Die reine Freundlich- & Feuchtigkeit empfängt mich. Als ob der Monsunregen, der gerade noch tobte, in das Buch der Rekorde sich einschleichen wolle. Er beruhigte sich & ich bin in der Lage, den Wald gar herrlich zu durchkämmen. Ich flitze durch das wilde, starke, dunkle Unterholz & spüre, wie die Kraft in seinen Adern strömt & wiederkehrt. Ich durchstöbere ihn. Der Wald pfeift gar lustig von der einen zu der anderen Ecke. Ich beobachte den fröhlichen, sympathischen Förster, die Waldbesitzerin, & erkenne wie unruhig sie wird. Sie befürchtet zu kurz oder, zumindest, zu spät zu kommen. Deshalb kümmere ich mich intensiver um meinen vernachlässigten, goldigen Schützling. Ich fange an, sie weiter zu hegen & pflegen. Sie zu verwöhnen. Ihr den absoluten Mega-Mehrfach Höhepunkt des Genießens zu gewährleisten. Höher hinaus ist nicht möglich.
Immer kürzer, langsamer & kleiner werden meine Kreise, um dann die Bewegungen plötzlich wieder zu steigern & zu mehren. Ich bewege mich immer weiter zu ihrer Wurzel. Beiläufig berührte, streifte ich sie bereits, doch nun wünscht sie endlich sich total zu entfalten, zur Geltung zu gelangen.
Mir wird das alles zu heiß. Ich lege das anonyme, kalte Bild des Baumes weg & erblicke wenige Augenblicke später schon ihre wunderbare, kunstvoll geschwungene Vagina; ihren weiblichen Ofen; ihren Kupferkessel; ihre totale Weiblichkeit; ihre wahre, irgendwie unfassbare (zum Glück aber doch fassbare!) Scham. Ich weiß nicht, wo ich mich noch nicht aufhielt. Alles scheint in endloser Bewegung zu sein. Mein ehrliches Streicheln; mein ständiges Drücken; mein verhaltenes, zurückhaltendes, sachtes, zärtliches, vorsichtiges Schlagen & Kreisen; mein andauerndes Zureden; ihre urlange Erfahrung; ihre saubere, faszinierende, entzückende, immer wieder aufkeimende Fantasie; ihre Lust- das alles zusammen gepaart, macht sich bemerkbar.
Ihr weiter oben liegender, göttlicher, sanfter Mund, gleicht schon längst keinem See-Mund mehr. Ist vielmehr ein Ozean, Meer oder ein langgezogenes Mondgesicht. Vor Freude, vor Bestätigung, vor Verlangen, vor Wonne, vor Hingabe, vor Erfüllung, vor Wärme. Nicht mehr feststellbar, ob ihr Atem oder ihr Herz oder ihre Berge oder ihr Unterleib sich schneller bewegt; oder ich.
Jetzt versuche ich manuell in sie einzudringen. Butterweich, ohne Widerstand gleitet meine Hand. Liege oder fliege ich? Da ist wohl kein Unterschied mehr. Ich starte durch. Ich ahme einen Hamster im Laufrad nach. Immer rundherum, immer schneller, immer leidenschaftlicher. Plötzlich versinkt der nächste Finger in ihr, nun die ganze Hand- jetzt kann ich in ihr beten.
Das muss wohl als das wahre Paradies gepriesen werden. Man erlebt es, aber vermag man es wahrlich auszudrücken? Ungewiss ist mir, wo ich ende, wo sie beginnt- ab wann wurden wir eine Person? Ihre Augen schauen mich so vertrauensvoll & -erweckend an, dass ich nie aufhören will. Mitten in diesem göttlichen, brillanten Taumel, in dem allerletzten Vorzimmer zum absoluten, vollkommenen Glück, ertönt ihre lieblich- fordernde Stimme: sie will mich ganz als Mann erleben.
Ungläubig werfe ich meinen Blick zu ihr. Ich kann es einfach nicht verstehen- weshalb? Genügt das so jetzt nicht? Ist sie absolut unermüdlich? Ich selber fühle mich jedenfalls schon gut ausgelaugt- zu spät: sie küsst meinen Penis & dieser beginnt weiter zu wachsen.
Nun bringe ich es nicht über mein Herz, sie zu enttäuschen. Als er lang & dick genug ist, hilft sie ihm wieder auf den rechten Weg. Ich schaukele ein wenig Hin & Her. Auf einmal finden wir unseren Rhythmus & sie beginnt von Sternen & Farben & Nie-Aufhören & Nie-Trennen & Lust & Liebe & Heirat & Zugabe zu reden & zu meditieren, fantasieren, miauen.
Mir wird bewusst, wie zufrieden ich bin & warm & entspannt & glücklich. Ich stelle mir vor, in dieser Art & Weise seelenruhig den Tod erwarten zu können. Ja, so lässt es sich leben & sterben.
Mein Penis befindet sich mittlerweile auf hoher, rauer See. Es schäumt nur noch so um ihn herum. Der Strudel & Druck werden immer reißender. Die Wärme zur Hitze & unerträglicher. Er will endlich wieder etwas erkennen, jedoch ist er selbst so aufgewühlt & leidet unter der Seekrankheit, dass er am liebsten sich von seinem Inhalt befreite. Ich erklärte mich bereit, ihn zu erlösen. Doch die selbstbewusste, anspruchsvolle, abwechslungsbedürftige Wanderin wünscht Zugaben & weitere Abwechslungen.
Dieses Mal befindet sie sich in der Hochlage. Jetzt scheint es aber erst richtig loszugehen: sie lebt sich ganz aus & hüpft fröhlich herum & ich fürchte um unsere Familienplanung. Wäre ihr Hintern gerade nicht gegen einen Baum geknallt? & ihr Kopf- wankte der nicht eben gefährlich nahe zu den Brennnesseln? & nun: oh weh! Fällt sie beinahe herunter. Ich kann nicht mehr & schließe lieber meine Augen & spüre heiße Bäche (Ozeane?) meinen Beinen nur noch so herunter zu fließen. Allerdings scheint ein Ende noch lange nicht in Sicht zu sein.
Mittlerweile ließen wir voneinander ab. Doch vorher musste ich beispielsweise noch ihren Tunnel von hinten polieren & ausspritzen. Dabei hielt ich mich an ihrem Gebirge sehr gut fest & massierte dieses. Mein Penis ist sauer auf mich & wird kein Wort mehr je zu mir sprechen, wenn wir alleine sind. Dafür ist er auch nicht mehr gemacht. Außerdem benötigt auch er manchmal Pausen.
Prickelnd war es auch, als wir uns seitlich begutachteten. Unsere Brüste konnten sich dabei so herrlich streicheln, wir uns küssen & liebkosen & ich immer tiefer in sie versinken. Mich störte lediglich, dass sie ständig gähnte & mich ständig ärgerlich & verstört fragte, ob ich wohl auch mal jetzt komme. Nun ja- Übung macht halt den Meister Aber wirklich böse oder gar streitsüchtig bin ich ihr nicht oder nicht lange. Letzten Endes fand ich doch dank ihrer Hilfe die Liebe zur Liebe.
Jetzt beschlossen wir nach Hause aufzubrechen.
Gerade als wir bei der Waldlichtung-Öffnung ankamen, entdecken wir unsere Tochter- mit ihrem Lieb-Haber. Sie ist ständig am Gähnen & winkt uns fröhlich & munter & augenzwinkernd zu. Er realisiert uns gar nicht. Ist zu sehr mit seiner unermüdlichen, anspruchsvollen & tapferen Freundin beschäftigt & in seine freundliche, gähnende Geliebte vertieft.
Armer Kerl- ich kann ihn gut verstehen…
(eingegeben 29.01.07 - ausgedacht 05 1997)
Gelegentlich suche ich die Berge auf & gehe dem vollständigen, absoluten Nichtstun nach. Ohne Regung lasse ich mich dort fallen & sammle mich. Mitunter erschallt gar lieblich das beruhigende Herzgeräusch. Tatsächlich vernehme ich den Herzschlag des starken, warmen, lieben, lebendigen Hügels. Wie das einer Wohltat gleicht. Es ist einfach gar göttlich.
Mir fällt auf: ein Besuch gleicht nie dem Anderen. Immer differenzieren sich die herrlichen Empfindungen. Es kann sogar vorkommen, dass die Größe der Hügel variieren. Ich finde es fabelhaft & werde lebendig & bin nicht mehr zu halten. Überall trifft man mich an.
Gewiss verbringe ich auch nicht ungern meine Zeit im Tal, jedoch ist es da immer sehr ungemütlich & einsam. So eile ich lieber zu dem, über den Bergen liegenden stillen, klaren See. In diesen hineinzuplatschen gleicht größter Freude. Immer wieder springe ich gerne hinein. Um die Lust zu fördern, wandele ich galant geschmeidig an dem See-Ufer umher- immer wieder einen Fuß in das kühlende, erfrischende, belebende Nass haltend. Der See tendiert zum Überschwappen & so erhalte ich eine stets willkommene Abkühlung.
Unwirklich scheint mir diese Natur. Vor lauter Lebensfreude möchte ich explodieren, singen, jubilieren. Gar nicht mehr halten vermag ich mich. Wer erlebte dies noch nicht? Welcher Ärmste versteht nicht, wie es schön sein kann, mit der wilden, ehrlichen, puren Natur?
Es waren schon etliche Natur-Liebhaber hier- das ist wohl wahr. Sie ist nicht mehr rein, sie gleicht nicht mehr einer Jungfrau. Ihr Geheimstes wurde schon erforscht. Allerdings bürgt dieser Fakt auch Gutes: die Natur weiß sich nun dank ihrer Erfahrung anzupassen. Sie ist nicht hoffnungslos. Man weiß, irgendwie kann sie alles verkraften. Ist das beruhigend!? Man kann seiner Lebens-Lust nachgehen & verschwindet wieder ganz schnell, wenn der See Klärung verlangt. Dadurch bereinigt man die Sache am einfachsten für sich.
Ich entweiche dem nervenden, unnotwendigen Verrückt-Machen, Schwarz-Sehen, indem ich mich im Wald verkrieche, verstecke, unsichtbar mache. Dadurch finde ich mich wieder. Ich bleibe der gern gesehene Gast, der verständnisvolle Zuhörer, der weise Ratgeber. Der motivierende Wald gleicht meiner notwendigen, hilfreichen Lebenspumpe. Meinem einzig wahren Lebens-Sinn: der Wald.
Der Ort, in dem ich mich momentan befinde. Ich wünsche hier für mich zu bleiben. Kein Nächster hat mich hier zu stören.
Wer will sich schon im Wald unterhalten? Wer spricht während des Waldaufenthalts? Wen zieht es noch hier hin? Hat jemand überhaupt noch das Verlangen, einen Wald aufzusuchen? Zieht man für gewöhnlich nicht einen künstlichen oder einen Ersatz- Wald oder einen auf einem Foto vor?
Der bedarf dann keiner Pflege. Er hat nur für Einen vorhanden zu sein. Sollte der jetzige Wald verkümmern, lauern schon neue Waldstücke auf einen- merkwürdig, dass der Gute es so lange ohne Licht, Liebe & Wasser, wohl aber mit Gewalt, Unwille, Langeweile & einseitiger Befriedigung es aushielt.
Manchmal wandert mir eine Dame entgegen. Komisch, dass sie immer gerade dann auftaucht, wenn ich beschloss, meinen Wald aufzusuchen. Meine Nachbarn wurden bereits ebenfalls hellhörig. Eine geraume Zeit wohnen sie jetzt in seiner Nähe & vernachlässigten ihn. Jeder will sich nun ständig um ihn kümmern & gekümmert haben.
Die Dame scheint ziemlich durcheinander zu sein. Kurz vor mir verliert sie immer ihr Buch, ihren Schlüssel, ihre Jacke oder ihren Tanga. Neulich verlor sie gar ihr Herz. Auf dem stand ihre Telefonnummer & ‚Ruf mich doch mal an’.
Befriedigt entdecke ich dann jedes Mal beim nächsten Spaziergang, dass der entsprechende Gegenstand fort ist. Wie peinlich wäre es doch, wenn ich sie darauf anspreche, wenn ich sie in ihrer gewünschten, notwendigen, wunderbaren Einsamkeit störe. Bestimmt realisiert sie das Verlieren gar nicht. Genau- sie wird ihrer alten Liebe nachweinen & alles Andere als lächerlich empfinden. Wenn die alte Liebe gewusst hätte, wie sie vermisst & gebraucht wird, wäre es die Wahre & Einzige geblieben, aber so…
Liebe! Was ist denn das schon? Sie ist beständig wie Glück, gutes Wetter, Treue, Freunde, Vertrauen & Ehrlichkeit. Für mich gibt es keine Liebe. Außer meiner wunderbaren Liebe zu den Bergen, Seen & Tälern. Insgesamt gesehen ist Liebe etwas für Schwache, Alleingelassene. Mit Hilfe eines Partners unternimmt man Dinge, die effektiver, schneller & freudiger gingen ohne ihn. Man fand Jemanden hinter dem man sich verstecken kann, der Schuld an allem hat & ist. Seine Liebe verwendet man als Status Symbol, als Vorzeigeobjekt, als ständig hervorsprudelnde Quelle. Man schmeißt sie weg, wenn sie nicht mehr funktioniert; wenn sie nicht mehr dem Bild gleicht, das man sich von ihr machte; wenn sie wagt, zu denken; wenn sie den Mund aufmacht, um etwas zu sagen; wenn sie den wahren Kern an sich erkannte; wenn sie Probleme hat; wenn sie keine Probleme mehr lösen kann; wenn sie nichts mehr hat & ist; wenn eine nächste wahre Ware als die Einzige sich ankündigt
Wer meint zu lieben, ist dem Tode geweiht. Er will sich ganz & gar verlieren. Er missachtet die Freiheit & fällt auf Traum- & Luftschlösser herein
Mir passiert das nicht. Ich lasse es nicht zu. Ich bin immun gegen die Volkskrank- & -dummheit ‚Liebe’. Ich will nicht gebremst, in Frage gestellt werden. Ich will ich bleiben & unternehmen, was ich will.
Mittlerweile befinde ich mich auf meiner Waldlichtung. Hier bin ich der König, das Volk- der Ausgestoßene?
Gerade erkenne ich neue Seiten an den wahren Menschen- an mir.
Ich spüre, wie ich mich entspanne; wie sich meine Gesichtsmuskeln lockern; wie Ungelöstes sich in Wohlgefallen auflöst; wie ich die ganze Welt umarme; wie ich lauthals loslache; wie ich, ich bin tatsächlich fühle ich mich frischer & jünger & glücklicher. Plötzlich rast mein Herz. Will hüpfen. Mein Atem möchte schneller werden; meine Haut will prickeln; meine Gefühle verrückt spielen; mein Körper soll verwirrt werden: bin ich nun heiß oder kalt?
Meine Hose wird größer, sie will gen Himmel wachsen da= mein Knopf springt ab! Ich zerreiße mein Gewand. Gleich folgt auch mein T-Shirt, die Hose & der Body. Endlich bin ich, ich. Keine Täuschung liegt auf meiner Haut. Nur noch ich.
Überall scheint meine Hand zu sein. Wie viele habe ich denn nun davon? Wie lange verwöhne ich mich schon? Wie oft schwillt mein Adamszeichen noch an? Wann hört denn der Goldesel auf zu spucken? Ist der Beutel tatsächlich endlos angefüllt? Wo befindet sich nun schon wieder meine Hand? Ständig ist sie am Wandern:
war sie gerade noch am rechten Knie, berührt sie jetzt das linke Ohr, nun den Bauch, gerade noch den Phallus, um gleich bei den Füßen anzukommen.
Wer hält das aus? Wer möchte da nicht zupacken, mitmachen & das vollkommene Glück herbeizaubern? Neuerdings ist mein gesamter Körper schweißbedeckt. Nur noch das Zentrum ist in der Lage, gelegentlich Krokodilstränen zu vergießen, auf Grund der Trockenheit. Darum werde ich mich auf der Stelle um diese Stelle kümmern. Keine kann es so gut wie ich. Niemand kennt mich so exakt wie ich.
Das Zentrum wächst & wächst. Der heiße, ständig sich vermehrende Schweiß tropft unablässig. Beide Hände sind schon gefragt & ich hoffe, dass sich mein bestes Stück nicht an der Sonne verbrennt. Unbeschreiblich ist es. Wem liegen die wahren Wörter hierfür auf der Zunge? Ich möchte nur sagen, dass ich jetzt weiß, wie sich eine Lokomotive fühlt bzw. ein Flugzeug bzw. eine Rakete. Seit wann habe ich denn Fieber? Wie lange hält mein Herz noch dieses Glück aus? Werden meine Hände auch den nächsten Krampf überstehen? Wird das Auf & Ab meines Hinterns wirklich kein Erdbeben auslösen? Ehrlich??? Ich könnte schreien vor Glück, vor Freude, vor Befriedigung, vor Erfüllung, um Hilfe- wer bleibt davon schon unbeeindruckt???
Eine gehetzte Stimme will erfahren, wie sie mir helfen könne. Ich blicke auf & muss mir meine nackte Wanderin anschauen. Auch ihr Zentrum glänzt & wenigstens ihre Berge beben. Ich ignoriere sie & verwerfe den Gedanken an ein Beben & ziehe einen Vulkanausbruch vor. Aus den Augenwinkeln bekomme ich mit, dass auch sie ihrerseits ihr Beben, stehend, fortsetzt. Da auch bei ihr das Naturwunder nicht ausbleibt, liegen wir nun glücklich & zufrieden nebeneinander in meiner Waldlichtung. Plötzlich entdecke ich Blätter auf ihrem feuchten, bebenden, glänzenden Bauch. Das ist mir wichtig. Ich will es ihr gleich mitteilen, obwohl sie mir gerade etwas erzählt:
‚ich verwöhne mich am liebsten im dunklen Wald- da spüre ich mich am intensivsten. Außerdem kommt in dem Unterholz kein Mann vorbei unglaublich- gerne liebte ich mich ungeniert an der Öffnung der Waldlichtung, jedoch könnte das zu großen Ärger mit sich bringen. In Deiner Gegenwart aber fühle ich mich sicher ich’
Ich unterbreche sie, um die Blättergeschichte loswerden zu können. Sie sei aber zu faul, ob ich sie nicht entfernen könne. Nachdem ich das ausübte, behauptet sie, da ich doch nun schon ihre Haut berührte- tat ich dieses?-, darf ich ruhig ihre Berge erklimmen. Unsicher werde ich.
Zu häufig wurde ich bei einigen Bergwanderungen angeschrieen: ich sei zu langsam, zu männlich, zu sanft, zu ungeschickt, zu grob, zu schnell. Irgendwann wurde mir das alles zu blöde. Sind meine Wanderungserfahrungen & -vorlieben nicht mehr gerne gesehen oder erwünscht, hat sie sich einen neuen Wanderer zu finden. Unbedingt aufdrängen muss ich mich nicht.
Meine Hände erkunden gerade ihr Tal, ihre Berges-Höhen & nun ihren See. Gelegentlich entlastet mein See sie, dann ertönen wieder Wellen von Worten aus ihrem.
Meine derzeitige Wanderin wird auf einmal, unerwartet, plötzlich & überraschenderweise immer anmutiger, immer reiner, immer genießender, immer selbstbewusster. Ihr Reden wird immer mehr zum Rauschen, zu einem harmonischen Sing-Sang, zu einem stillen, beruhigendem Aufschrei. Sie mag ich gerne verwöhnen. Bei ihr stimmt & passt alles automatisch. Ein Anschreien ist von uns Beiden nicht nötig. Sie denkt nicht in Normen, Vorschriften, Riten, Gewohnheiten, Standards, Tabus, Schemata, vorgestanzten Abläufen. Sie gleicht meiner Vorstellung von Liebe. Durch sie glaube ich wieder an die Liebe & Romantik: zusammen vorausschauen; mögliches, gemeinsames Schweigen; dasselbe sehen, aber anders verstehen, tolerieren & anschließend einsehen, dass es verschiedene Arten des Sehens gibt; den Anderen mitzuschleifen bis man selber einen Anstoß benötigt; sich finden; Abstand gewinnen; lachen; aufbrausen; Lasten teilen; nicht alleine durch die Zeit stolpern; die unangenehme Leere verbannen; leben- sogar einen Traum Leben.
Sie blickt auf & soll erfahren, warum ich das Ganze unterbrach:
ich legte eine schöpferische Pause ein.
Nun darf es aber weitergehen. Ihre feuchten, wohlriechenden Haare durchkrausele ich; ihr nettes, goldiges Engelgesicht streichle ich; ihre strahlenden, ehrlichen, großen Augen küsse ich; in ihrem süßen lieblichen See-Mund versinke ich. Das alles wiederhole ich. Über & über- immer wieder. Meine Hände alleine, ausschließlich mein See & alles durch- & miteinander.
Sanft & leise & sachte schaukeln gar lustig & lieblich ihre Berge vor sich hin. Neu-gierig starren sie auf das Treiben rund um den See. Da ich vermute, dass die sich einsam vorkommen & wirklich vernachlässigt ausschauen, kümmere ich mich intensiver um sie. Ich beginne einen Wettlauf auf sämtlichen Hügeln. Bevor er zu einem einsamen Bergmarathon verkommen kann, möchten ihre Hände mich dort vertreiben, denn sie wollen auch mal etwas Handfestes spüren. So finde ich Zuflucht in ihrem reizendem Vagina-Wald. Die reine Freundlich- & Feuchtigkeit empfängt mich. Als ob der Monsunregen, der gerade noch tobte, in das Buch der Rekorde sich einschleichen wolle. Er beruhigte sich & ich bin in der Lage, den Wald gar herrlich zu durchkämmen. Ich flitze durch das wilde, starke, dunkle Unterholz & spüre, wie die Kraft in seinen Adern strömt & wiederkehrt. Ich durchstöbere ihn. Der Wald pfeift gar lustig von der einen zu der anderen Ecke. Ich beobachte den fröhlichen, sympathischen Förster, die Waldbesitzerin, & erkenne wie unruhig sie wird. Sie befürchtet zu kurz oder, zumindest, zu spät zu kommen. Deshalb kümmere ich mich intensiver um meinen vernachlässigten, goldigen Schützling. Ich fange an, sie weiter zu hegen & pflegen. Sie zu verwöhnen. Ihr den absoluten Mega-Mehrfach Höhepunkt des Genießens zu gewährleisten. Höher hinaus ist nicht möglich.
Immer kürzer, langsamer & kleiner werden meine Kreise, um dann die Bewegungen plötzlich wieder zu steigern & zu mehren. Ich bewege mich immer weiter zu ihrer Wurzel. Beiläufig berührte, streifte ich sie bereits, doch nun wünscht sie endlich sich total zu entfalten, zur Geltung zu gelangen.
Mir wird das alles zu heiß. Ich lege das anonyme, kalte Bild des Baumes weg & erblicke wenige Augenblicke später schon ihre wunderbare, kunstvoll geschwungene Vagina; ihren weiblichen Ofen; ihren Kupferkessel; ihre totale Weiblichkeit; ihre wahre, irgendwie unfassbare (zum Glück aber doch fassbare!) Scham. Ich weiß nicht, wo ich mich noch nicht aufhielt. Alles scheint in endloser Bewegung zu sein. Mein ehrliches Streicheln; mein ständiges Drücken; mein verhaltenes, zurückhaltendes, sachtes, zärtliches, vorsichtiges Schlagen & Kreisen; mein andauerndes Zureden; ihre urlange Erfahrung; ihre saubere, faszinierende, entzückende, immer wieder aufkeimende Fantasie; ihre Lust- das alles zusammen gepaart, macht sich bemerkbar.
Ihr weiter oben liegender, göttlicher, sanfter Mund, gleicht schon längst keinem See-Mund mehr. Ist vielmehr ein Ozean, Meer oder ein langgezogenes Mondgesicht. Vor Freude, vor Bestätigung, vor Verlangen, vor Wonne, vor Hingabe, vor Erfüllung, vor Wärme. Nicht mehr feststellbar, ob ihr Atem oder ihr Herz oder ihre Berge oder ihr Unterleib sich schneller bewegt; oder ich.
Jetzt versuche ich manuell in sie einzudringen. Butterweich, ohne Widerstand gleitet meine Hand. Liege oder fliege ich? Da ist wohl kein Unterschied mehr. Ich starte durch. Ich ahme einen Hamster im Laufrad nach. Immer rundherum, immer schneller, immer leidenschaftlicher. Plötzlich versinkt der nächste Finger in ihr, nun die ganze Hand- jetzt kann ich in ihr beten.
Das muss wohl als das wahre Paradies gepriesen werden. Man erlebt es, aber vermag man es wahrlich auszudrücken? Ungewiss ist mir, wo ich ende, wo sie beginnt- ab wann wurden wir eine Person? Ihre Augen schauen mich so vertrauensvoll & -erweckend an, dass ich nie aufhören will. Mitten in diesem göttlichen, brillanten Taumel, in dem allerletzten Vorzimmer zum absoluten, vollkommenen Glück, ertönt ihre lieblich- fordernde Stimme: sie will mich ganz als Mann erleben.
Ungläubig werfe ich meinen Blick zu ihr. Ich kann es einfach nicht verstehen- weshalb? Genügt das so jetzt nicht? Ist sie absolut unermüdlich? Ich selber fühle mich jedenfalls schon gut ausgelaugt- zu spät: sie küsst meinen Penis & dieser beginnt weiter zu wachsen.
Nun bringe ich es nicht über mein Herz, sie zu enttäuschen. Als er lang & dick genug ist, hilft sie ihm wieder auf den rechten Weg. Ich schaukele ein wenig Hin & Her. Auf einmal finden wir unseren Rhythmus & sie beginnt von Sternen & Farben & Nie-Aufhören & Nie-Trennen & Lust & Liebe & Heirat & Zugabe zu reden & zu meditieren, fantasieren, miauen.
Mir wird bewusst, wie zufrieden ich bin & warm & entspannt & glücklich. Ich stelle mir vor, in dieser Art & Weise seelenruhig den Tod erwarten zu können. Ja, so lässt es sich leben & sterben.
Mein Penis befindet sich mittlerweile auf hoher, rauer See. Es schäumt nur noch so um ihn herum. Der Strudel & Druck werden immer reißender. Die Wärme zur Hitze & unerträglicher. Er will endlich wieder etwas erkennen, jedoch ist er selbst so aufgewühlt & leidet unter der Seekrankheit, dass er am liebsten sich von seinem Inhalt befreite. Ich erklärte mich bereit, ihn zu erlösen. Doch die selbstbewusste, anspruchsvolle, abwechslungsbedürftige Wanderin wünscht Zugaben & weitere Abwechslungen.
Dieses Mal befindet sie sich in der Hochlage. Jetzt scheint es aber erst richtig loszugehen: sie lebt sich ganz aus & hüpft fröhlich herum & ich fürchte um unsere Familienplanung. Wäre ihr Hintern gerade nicht gegen einen Baum geknallt? & ihr Kopf- wankte der nicht eben gefährlich nahe zu den Brennnesseln? & nun: oh weh! Fällt sie beinahe herunter. Ich kann nicht mehr & schließe lieber meine Augen & spüre heiße Bäche (Ozeane?) meinen Beinen nur noch so herunter zu fließen. Allerdings scheint ein Ende noch lange nicht in Sicht zu sein.
Mittlerweile ließen wir voneinander ab. Doch vorher musste ich beispielsweise noch ihren Tunnel von hinten polieren & ausspritzen. Dabei hielt ich mich an ihrem Gebirge sehr gut fest & massierte dieses. Mein Penis ist sauer auf mich & wird kein Wort mehr je zu mir sprechen, wenn wir alleine sind. Dafür ist er auch nicht mehr gemacht. Außerdem benötigt auch er manchmal Pausen.
Prickelnd war es auch, als wir uns seitlich begutachteten. Unsere Brüste konnten sich dabei so herrlich streicheln, wir uns küssen & liebkosen & ich immer tiefer in sie versinken. Mich störte lediglich, dass sie ständig gähnte & mich ständig ärgerlich & verstört fragte, ob ich wohl auch mal jetzt komme. Nun ja- Übung macht halt den Meister Aber wirklich böse oder gar streitsüchtig bin ich ihr nicht oder nicht lange. Letzten Endes fand ich doch dank ihrer Hilfe die Liebe zur Liebe.
Jetzt beschlossen wir nach Hause aufzubrechen.
Gerade als wir bei der Waldlichtung-Öffnung ankamen, entdecken wir unsere Tochter- mit ihrem Lieb-Haber. Sie ist ständig am Gähnen & winkt uns fröhlich & munter & augenzwinkernd zu. Er realisiert uns gar nicht. Ist zu sehr mit seiner unermüdlichen, anspruchsvollen & tapferen Freundin beschäftigt & in seine freundliche, gähnende Geliebte vertieft.
Armer Kerl- ich kann ihn gut verstehen…
(eingegeben 29.01.07 - ausgedacht 05 1997)
per arne - 29. Jan, 21:46
